Samstag, 18. Februar 2017

Oderrecht-Skandal greift auf immer mehr Länder über

Tagesspiegel, 16.2.2017
Der Internationale der Korruption
Nach dem Petrobras-Skandal greift der Odebrecht-Skandal in Brasilien um sich und greift auf immer mehr Länder über. Präsidenten und Regierungschefs stehen im Verdacht.

Die Ausmaße des Skandals sind enorm. Was allein schon daran abzusehen ist, dass in dieser Woche Ermittler aus gleich 15 Staaten Lateinamerikas in Brasilia zusammenkommen. Sie wollen gemeinsam eine Strategie vereinbaren, um die Schmiergeldzahlungen zu untersuchen, die der brasilianische Bauriese Odebrecht über Jahre hinweg an Regierungen sowie Hunderte Funktionäre und Politiker in Lateinamerika gezahlt hat. Odebrecht ist einer der größten Baukonzerne der Welt mit Aktivitäten in 26 Ländern – darunter auch in Deutschland – und rund 130 000 Mitarbeitern.
Das Treffen der Ermittler in Brasilia ist nun das größte, das jemals zur Aufklärung eines internationalen Korruptionsvorgangs stattgefunden hat. Zu den nun betroffenen Ländern gehören unter anderen Argentinien, Venezuela, Peru, die Dominikanische Republik, Panama, Ecuador, Kolumbien und Mexiko. Auch die afrikanischen Staaten Angola und Mosambik stehen auf der Liste.
Odebrecht soll nach bisherigen Ermittlungen rund eine Milliarde Dollar für die Schmiergeldzahlungen aufgewendet haben, es geht um etwa etwa 100 Bauprojekte. Ziel der Zahlungen war es, an die lukrativen Aufträge zu gelangen. Es wird davon ausgegangen, dass die Schmiergelder zwischen 2001 und 2014 flossen.
Brasilianische Ermittler wurden auf das Korruptionsschema aufmerksam, als sie im Zuge der Untersuchungen rund um den brasilianischen Ölgiganten Petrobras auf Odebrecht stießen. Beide Skandale fußen auf dem Investitionsboom im Infrastruktur- und Energiebereich, den Brasilien unter der Arbeiterpartei erlebte. Wie selbstverständlich die Zahlung der Schmiergelder gewesen sein muss, wird daran ersichtlich, dass Odebrecht eine eigene Abteilung zur Abwicklung der schmutzigen Geschäfte unterhielt. Der Fall erinnert damit an den Korruptionsskandal des deutschen Technologiekonzerns Siemens, der 2006 ans Licht kam. Wie Odebrecht führte Siemens extra Konten für Bestechungszahlungen.

Korruption bei Infrastrukturprojekten

Der Fall Odebrecht erhellt nun erneut, wie stark die Korruption in der globalisierten Welt verankert ist, insbesondere wenn es um lukrative Ausschreibungen wie Infrastrukturprojekte geht. Um die illegalen Zahlungen zu verschleiern, wird das unübersichtliche globale Finanzsystem ausgenutzt. Die Odebrecht-Enthüllungen bringen verschiedene amtierende und ehemalige Regierungen in Lateinamerika in Bedrängnis. Kolumbiens aktueller Präsident Manuel Santos, der gerade erst den Friedensnobelpreis für sein Abkommen mit der linken Farc-Guerilla erhalten hat, soll seinen Wahlkampf 2014 mit Odebrecht-Geldern finanziert haben. Er fordert rasche Aufklärung und will von nichts wissen.
In Peru stehen gleich drei ehemalige Präsidenten unter Verdacht. Einer von ihnen, Alejandro Toledo ist flüchtig, er soll 20 Millionen Dollar eingesteckt haben und wird von Interpol gesucht.

Bereits im Dezember haben Odebrecht und seine Petrochemie-Tochter Braskem ein Abkommen mit der US-Justiz geschlossen, Braskem ist an der Wallstreet notiert. Die Unternehmen stimmten zu, 3,5 Milliarden Dollar Strafe für ihre illegalen Machenschaften zu zahlen. Es war die größte Strafsumme, die jemals in einem internationalen Korruptionsfall fällig wurde.
Auch in Brasilien gibt sich die Odebrecht-Spitze kooperationsbereit. Firmenboss Marcelo Odebrecht sitzt seit 2015 im Gefängnis. Er wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt. Neben ihm sind 77 weitere Manager des Konzerns inhaftiert. Sie alle haben im Austausch für Straferleichterungen Kronzeugenaussagen gemacht. Die Aussagen könnten ein politisches Erdbeben auslösen. Denn es ist bereits klar, dass zahlreiche Mitglieder der Regierung von Präsident Michel Temer belastet werden. Philipp Lichterbeck


Die Tagespost, 17.2.2017
Sittengemälde von Gier und Korruption
Nahezu alle lateinamerikanischen Regierungen haben sich vom Baukonzern Odebrecht schmieren lassen und dafür lukrative Aufträge vergeben.

Zeit-Online, 16.2.2017
Internationale Kooperation im Odebrecht-Skandal
Die Schmiergeldaffäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht wird zunehmend zum internationalen Fall. Generalstaatsanwälte aus 15 Ländern beraten sich in Brasilien.

Deutsche Welle, 8.2.2017
Korruptionsvorwürfe gegen Santos
Der Skandal um den Baukonzern Odebrecht in Südamerika zieht immer weitere Kreise. Nun gerät auch Kolumbiens Präsident Santos unter Druck. Er soll von einer dubiosen Millionenhilfe profitiert haben.

Tagesschau, 01.02.2017
Skandal um Odebrecht Der korrupteste Baulöwe Südamerikas
An Odebrecht kommt in Lateinamerika keiner vorbei - er baut WM-Stadien, Flughäfen oder Autobahnen. Doch der Konzern steckt in einem riesigen Korruptionsskandal und könnte auch zahlreiche Politiker mit sich reißen.

Dienstag, 14. Februar 2017

Unrentabel: Teile von Belo Monte zum Verkauf angeboten


Umweltskandal setzt sich im politischen Sumpf fort
Das Megakraftwerk Belo Monte wird jetzt zu dem "Desaster", vor dem Bischof Erwin Kräutler immer gewarnt hat.

Von Josef Bruckmoser / Salzburger Nachrichten, 14.02.2017

Seit 1980 wurde geplant, und seit damals sind die Proteste der indigenen Völker gegen das Megakraftwerk Belo Monte im brasilianischen Amazonasgebiet nie abgerissen. Gemeinsam mit den Indios und führenden Umweltorganisationen hat der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler vor einem "Desaster" gewarnt.

Jetzt ist der Umweltskandal im Sumpf der brasilianischen Kor ruption angekommen. Die Betreiber des Kraftwerks wollen ihre Mehrheitsbeteiligung an dem umstrittenen Projekt verkaufen. Das Zehn-Milliarden-Dollar-Projekt sei nicht lukrativ, zudem seien die Betreiber in einen Korruptionsskandal verwickelt, berichteten brasilianische Medien. Es soll zu massiven Schmiergeldzahlungen gekommen sein. Alle beteiligten Baukonzerne seien in den Skandal um den halbstaatlichen Energieriesen Petrobras verwickelt.

Der Damm war ein Prestigeprojekt der ehemaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva (2003- 2010) und Dilma Rousseff (2011- 2016). Das Kraftwerk sollte bereits vor zwei Jahren komplett ans Netz gehen. Derzeit sind aber nur wenige Turbinen in Betrieb, vor allem wegen des niedrigen Wasserstands des Xingu-Flusses - ein Faktum, auf das die Kritiker immer wieder hingewiesen hatten. Statt der 11.233 Megawatt werden nur rund 4000 Megawatt produziert.

Für die Umweltschützer und Bischof Erwin Kräutler ist es freilich nur ein schwacher Trost, dass sich ihre vielfältigen Bedenken jetzt bestätigen. Die Regierung hofft auf einen chinesischen Investor.


Medien: Umstrittener Staudamm Belo Monte vor Verkauf
Mehrheitseigner wollen Anteile an dem umstrittenen Projekt verkaufen, da es nicht wirtschaftlich lukrativ sei

Kathpress, 12.02.2017
Die Betreiber des Staudamms Belo Monte im Amazonas-Urwald wollen laut Medienberichten ihre Mehrheitsbeteiligung an dem umstrittenen Projekt verkaufen. Das Zehn-Milliarden-Dollar-Projekt sei nicht lukrativ, zudem seien die Betreiber in einen Korruptionsskandal verwickelt, berichteten örtliche Medien am Samstag. Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler, der jahrelang gegen das Projekt gekämpft hatte, bezeichnete es zuletzt als "desaströs".

Die Betreiber halten 50,02 Prozent an dem drittgrößten Staudamm der Welt. Die Zentralregierung, die nur einen Minderheitenanteil hält, mische sich jedoch derart in das Tagesgeschäft ein, dass ein gewinnorientierter Betrieb nicht möglich sei, heißt es in den Medienberichten. Der Damm war ein Prestigeprojekt der ehemaligen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva (2003-2010) und Dilma Rousseff (2011-2016). Gegen Bedenken von Umweltschützern und Kirchenvertretern hatten sie das Projekt vorangetrieben.

Dabei soll es auch zu massiven Schmiergeldzahlungen gekommen sein. Alle am Bau des Dammes beteiligten Baukonzerne sind in den Skandal um den halbstaatlichen Energieriesen Petrobras verwickelt. Nach Medienberichten stehen die Ermittler kurz vor neuen Enthüllungen rund um den Bau von Belo Monte.

Der Damm sollte eigentlich bereits vor zwei Jahren komplett ans Netz gehen. Derzeit sind jedoch nur wenige Turbinen in Betrieb, was auch an dem niedrigen Wasserstand des Xingu-Flusses liegt. Umweltschützer hatten vor einem Eingriff in das empfindliche Ökosystem des Flusses gewarnt. Statt der maximalen Kapazität von 11.233 Megawatt würden derzeit nur rund 4.000 Megawatt produziert.

Die Arbeiten dürften nach neuen Schätzungen erst 2019 komplett fertiggestellt werden. Schon jetzt ist das Projekt doppelt so teuer wie ursprünglich geplant. Zudem hat es zu sozialen Verwerfungen in der Region geführt. Neben der Vertreibung von tausenden Indigenen von ihren Siedlungsgebieten leidet die angrenzende Stadt Altamira unter erhöhten Gewaltraten, Arbeitslosigkeit, Prostitution und Drogenhandel.

Laut Medien ist ein Verkauf an chinesische Investoren am wahrscheinlichsten. Bereits Ende 2015 hatten chinesische Geldgeber zwei Staudämme in der Amazonasregion übernommen. Anders als seine beiden Vorgänger, die Investitionen durch brasilianische Unternehmen vorzogen, setzt der neue Präsident Michel Temer auf Investitionen aus dem Ausland. Brasilianische Unternehmen sind aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise und der umgreifenden Korruptionsskandale derzeit kaum aktiv.


Estado de S. Paulo, 10.2.2017
Controle da usina de Belo Monte é colocado à venda por R$ 10 bilhões
Donas de 50,02% da concessionária Norte Energia contrataram o Bradesco BBI para liderar a operação, que envolverá um banco internacional ainda a ser definido; custo total do megaprojeto de geração vai superar R$ 30 bi

Lúcio Flávio Pinto, 11.2.2017
Belo Monte será chinesa?

O Globo, 11.2.2017
Consórcio de Belo Monte busca comprador para usina
Grupo controlador quer vender sua fatia de 50,02% do projeto

Exame, 13.2.2107
Neoenergia e Cemig negam negociar venda de fatias em Belo Monte
A Neoenergia afirmou que não há qualquer proposta de alienação sendo analisada ou compromisso para eventual alienação de fatia na usina

Installation der Turbinen schreitet voran


Während sich der Testbetrieb der fünften Turbine von Belo Monte in der Endphase befindet, wird bereits die sechste Turbine vorbereitet. Am Montag (13.2.) wurde die Synchronmaschine (Rotor des Generators) eingebaut. Das Stück hat das beachtliche Gewicht von 1.200 Tonnen. Unterhalb dieser befindet sich das Laufrad der Turbine, das 320 Tonnen wiegt. Die Leistung der Turbine beträgt 688,8 MW.

Die derzeit leistungsstärksten Turbinen befinden sich im chinesischen Kraftwerk Xiluodu. Mit 855,6 MVA Ausgangsleistung setzten hier die Voith-Ingenieure neue Maßstäbe im Turbinenbau, Voith lieferte drei Generatoren-Turbinen-Einheiten. Der Rotor eines Generators wiegt 1.350 t, hat einen Durchmesser von 13,7 m und eine Höhe von 4 m.
Das Xiluodu-Kraftwerk hat mit seinen 18 luftgekühlten Francis-Turbinen eine Engpassleistung von 13,86 GW und ist seit 2014 weltweit das drittgrößte Wasserkraftwerk.

Xiluodu-Talsperre auf Voith.com, mit interessanten Diagrammen zur Geschichte der Turbinen


Norte Energia, 13.2.2017
Peça de 1,2 mil toneladas é instalada em mais uma das máquinas de Belo Monte

A montagem da unidade geradora n° 6 da Casa de Força Principal da Usina Hidrelétrica Belo Monte avança mais uma etapa com a instalação do rotor do gerador, realizada hoje (13/02). O conjunto de componentes de 1,2 mil toneladas foi posicionado com auxílio das pontes rolantes da Casa de. Trata-se do último componente de porte para iniciar o processo de fechamento da unidade geradora.

O rotor do gerador é a peça mais pesada de uma unidade geradora. É um dos equipamentos fundamentais para gerar energia em uma usina hidrelétrica. Na montagem de uma máquina vertical, como são as instaladas no Sítio Belo Monte, antes do rotor do gerador são montados o rotor da turbina, peça de 320 toneladas, eixo da turbina e o estator.

A montagem eletromecânica em Belo Monte avança diariamente seguindo o cronograma estabelecido em contrato de concessão. Atualmente, a unidade geradora n° 5 está em fase final para iniciar o comissionamento com o primeiro giro mecânico, agendado para este mês, e a operação comercial prevista para o mês de março.

Belo Monte está com dez unidades geradoras em operação: todas as seis da Casa de Força Complementar, no Sítio Pimental, e quatro na Casa de Força Principal, no Sítio Belo Monte. No total, a usina terá 24 turbinas operando comercialmente, com a capacidade instalada de 11.233,1 MW. A conclusão da hidrelétrica está prevista para 2019.

Montag, 6. Februar 2017

Rodungen für Murkraftwerk Graz haben begonnen


Murkraftwerk: Die ersten Bäume sind gefallen
Kurier, 06.02.2017
Die ersten Bäume sind gefallen: Am Montag, 6 Uhr Früh, startete die Rodung entlang der Mur, um für das neue und umstrittene Kraftwerk in Graz-Puntigam Platz zu schaffen. Je nach Zählart müssen 800 (Projektbetreiber) oder 17.000 (Projektgegner) Bäume weg.


Murkraftwerk: Rodungen haben begonnen
steiermark.orf.at, 6.2.2017
Das Murkraftwerk in Puntigam war eines der großen Themen im Grazer Gemeinderatswahlkampf - und am Tag nach der Wahl wird es ernst: Seit Montagfrüh wird rund um das Areal für die geplante Staustufe gerodet.


Homepage der e-Steiermark
Murkraftwerk Graz

Im Vergleich mit anderen Formen der Stromerzeugung ragt die Wasserkraft mit dem höchsten Wirkungsgrad und besten ökologischen Werten heraus. Über die gesamte Lebensdauer betrachtet, produziert ein Wasserkraftwerk um ein Vielfaches mehr Energie, als für die Errichtung und den Betrieb aufgewendet werden muss (höchster Erntefaktor aller erneuerbaren Energien).
Investitionssumme ca. 80 Mio. Euro
Lage Mur 175,2 km
Ausbaudurchfluss 200 m³/s
Rohfallhöhe 9,65 m
Engpassleistung 17,7 MW
Regelarbeitsvermögen 82 GWh
Stauraumlänge 3,6 km
Das Murkraftwerk Graz ...
... versorgt 20.000 Haushalte und E-Fahrzeuge
... erzeugt 100 % CO2 freien Ökostrom
... spart 60.000 t CO2 pro Jahr ein - das entspricht dem Schadstoffausstoß von 36.000 PKW

Die öffentliche Prüfung sämtlicher ökologischer Aspekte des Projekts dauerte 4 Jahre. Alle Anregungen und Kritikpunkte von NGOs, Anrainern und anderen Parteien wurden durch mehr als 50 Gutachter, Umweltexperten des Landes, des Umweltbundessenates und des Verwaltungsgerichtshofes geprüft.


Mutkraftwerk Graz - Einreichprojekt zum UVP-Verfahren
Juni 2010 - als PDF



Homepage Mutkraftwerk Graz

Was passiert mit dem Holz der gerodeten Bäume?
Nachhaltigkeit ist uns sowohl beim Thema Energieerzeugung als auch die Umwelt betreffend sehr wichtig. Nachhaltig ist es aus unserer Sicht nur dann, wenn das Holz zu sinnvollen Dingen weiterverarbeitet wird. Daher ist es unser Ziel, das Holz zum einen für Bänke und Stege, die dann das Murufer verschönern, zu verwenden. Zum anderen kann das Holz von heimischen TischlerInnen genutzt werden.

Was passiert mit den Tieren, die in der Mur leben?
Um die Tiere zu schützen und die verschiedenen Arten zu erhalten, werden sie vor der Bauphase entweder in andere Gewässer oder in andere Teile der Mur, die nicht vom Bau betroffen sind, umgesiedelt. So können wir etwas für Graz tun und gleichzeitig die Tiere schützen.

Gibt es erhöhte Gefahr auf Verschlammung und Hochwasser?
Hier besteht kein Grund zur Sorge: Wir können die Entstehung eines „Faulschlammbeckens“ ausschließen. Bei Hochwasser wird das Kraftwerk abgestellt und der Wasserspiegel im Stauraum konstant gehalten. Die so entstehende Strömung verhindert eine Verschlammung des Stauraumes und die Entstehung von Faulgasen. Um auch vor Hochwasser ausreichend geschützt zu sein, errichten wir eigene Schutzvorkehrungen, wie zum Beispiel in Rudersdorf.

Wenn die Mur gestaut wird, kommt es dann nicht zu einer Gelsenplage in der Stadt?
Nein. Die Mur wird trotz des Kraftwerks kein stehendes Gewässer und weist weiterhin entsprechende Fließgeschwindigkeiten auf. Gelsen legen ihre Eier aber nur in stehende (Klein-)Gewässer, wie Regentonnen oder Tümpel. Auch bei vergleichbaren Wasserkraftwerken, wie z.B. in Frohnleiten, treten keine erhöhten Gelsenplagen auf.



Homepage von "Rettet die Mur"
Das Märchen vom Murkraftwerk stinkt zum Himmel

Fakt ist, das Murkraftwerk rechnet sich nicht. Ganz im Gegenteil, in den nächsten 50 Jahren wird es den Betreibern laut Gutachten 44,7 Mio. € Verlust bringen. Mit großem finanziellen Einsatz und tatkräftiger Unterstützung von VP, FP & SP verkauft die Energie Steiermark damit die Grazer Bevölkerung für dumm.

Geschönte Computergrafiken und emotionale Bilder spielender Kinder sollen das trügerische Gefühl vermitteln, dass alles in Ordnung ist. Die Wahrheit sieht allerdings für mehrere Jahrzehnte ganz anders aus. Was hier passiert, ist schlecht für die Unternehmensbilanz, miserabel für die Umweltbilanz und katastrophal für die Lebensqualität der Stadt.

Wie viel Strom produziert das Murkraftwerk? Nicht viel.
* Über 90% des erzeugten Stroms werden in das Ausland exportiert.
* Die Angaben des Projektwerbers, wonach „20.000 Haushalte in Graz mit Strom aus Wasserkraft versorgt werden”, sind irreführend.
* Das Kraftwerk produziert nur 70-80 GWh Strom und wird lt. unabhängigen Studien das ineffizienteste in ganz Österreich sein - wobei weniger als 10% für die Versorgung des österreichischen Strommarktes verwendet werden. Es handelt sich um ein Projekt mit Schwerpunkt auf dem Exportgeschäft.
* Diese für die Stromversorgung Österreichs relevante Jahresstrommenge von 5-7 GWh kann im neu errichteten aber still stehenden Gaskraftwerk Mellach in 6-8 Std. erzeugt werden.


Wer plant das Murkraftwerk Graz-Puntigam? 
GAT - Verein zur Förderung steirischer Architektur im Internet, 6.9.2010
Die Auswahl der vier teilnehmenden Architekten – Pittino & Ortner, Konrad Geldner, Franz Eitzinger und Hubert Rieß – erfolgte aufgrund der bestehenden Referenzen im Bereich des Kraftwerksbaus. Die Jurysitzung, die am 19. Oktober 2009 unter Vorsitz von Architekt Ernst Giselbrecht stattfand, empfahl das Projekt von Pittino & Ortner zur Realisierung und das Projekt von Konrad Geldner als Nachrücker.