Mittwoch, 15. November 2017

Öffentliche Anhörung über Gewalt in Altamira

Bischof Erwin Kräutler unterstützt das Forum und nahm an der Anhörung teil.

Altamira ist seit dem Bau des Kraftwerks Belo Monte Schauplatz schrecklicher Gewalt und Aggression. Junge Menschen verlieren ihr Leben. Tötungsdelikte und bewaffnete Raubüberfälle sind an der Tagesordnung. Trauer um ermordete Verwandte gehören zum Alltag. Ein Gefühl der Unsicherheit, Hilflosigkeit und Angst beherrschen die Bevölkerung.

Das Forum zur Verteidigung von Altamira, das aus verschiedenen NGOs und Menschen, die vom Staudamm Belo Monte betroffen sind, besteht, hielt deshalb am 14.11. die erste öffentliche Anhörung "zur Verteidigung des Lebens, gegen Gewalt und für eine Politik zugunsten unserer Kinder, Jugendlichen und Frauen". Die politischen Amtsträger wurden aufgefordert, auf die Vorschläge der Betroffenen zu den Bereichen Kultur, Sozialhilfe, Bildung und öffentliche Sicherheit einzugehen. Die anwesenden Behörden unterzeichneten die Kompromissvereinbarung, um den Dialog mit dem Forum fortzusetzen und die genannten Probleme zu lösen.





Xingu 230 (dia 14. Novembre, 16:01)

Vídeo do Xingu 230 Edição da tarde (minutos 9':00'') 
Vídeo no Xingu 230 Edição da manhã (minutos 13':30'' Entrevista com Antônia Melo)

Dienstag, 14. November 2017

Gedanken zur Weihnachtsbotschaft aus Sicht der Armen von Bischof Erwin Kräutler


Als Gott einer von uns wurde
Gedanken zur Weihnachtsbotschaft

von Erwin Kräutler
Hardcover: 56 Seiten; m. Illustr.; 185 mm x 117 mm
2017 Tyrolia
ISBN 978-3-7022-3630-4
KNV-Titelnr.: 64148065




Sankt Michaelsbund Online-Shop
Einer von uns
Gedanken zur Weihnachtsbotschaft aus Sicht der Armen und Benachteiligten.
Weihnachten in Brasilien? Eine schweißtreibende Sache. Doch die äußeren Unterschiede in Temperatur und Jahreszeit kommen Erwin Kräutler belanglos vor angesichts der großen sozialen Unterschiede, die in Brasilien zu Weihnachten ganz besonders krass sichtbar werden. Während die einen ein Hochfest des Konsums feiern, gibt es bei den anderen kaum Geschenke, weil dafür kein Geld da ist. Dafür steht die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem und deren kirchliche Feier im Mittelpunkt des Festes.
Aus der Perspektive der Armen und weniger Begüterten formuliert Kräutler seine "Gedanken zur Weihnachtsbotschaft". Entscheidend ist aus dieser Sicht, dass Gott durch die Geburt "Gott-mit-uns" geworden ist, dass er sich damit den Geringen, den Verachteten und Armen zugewandt hat. Aus dieser Zuwendung schöpfen sie Zuversicht und Lebensmut. Die kurzen meditativen Texte gehen jeweils von einem Vers aus den Schrifttexten der Weihnachtszeit aus und beziehen dessen Aussage auf den Alltag.

So z.B. zu "Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt." (Joh 1,9):
"Leuchte, du wahres Licht,
wenn wir nach dem Sinn des Lebens suchen,
wenn Sorgen uns plagen,
wenn wir Leid erfahren. [...]
Glühe, du himmlisches Licht,
wenn wir für Recht und Gerechtigkeit eintreten,
wenn uns Schwestern und Brüder um Hilfe bitten,
wenn wir die Schöpfung und die Würde der Menschen verteidigen."

Offen sprechen seine Texte soziale Probleme an, Jugendliche ohne Arbeit, die drogensüchtig werden, die Vertreibung indigener Völker, die Not kleiner Landwirte usw. Gleichzeitig sind sie voller Hoffnung und zeugen von großem Gottvertrauen, das aus dem Glauben an den "Gott-mit-uns" erwächst - und das zum Handeln anregt.

"Weihnachten ist,
wenn wir Gottes Gegenwart erfahren
und an seine Liebe glauben.
Die Gewissheit, dass er bei uns ist,
verleiht uns die Kraft,
trotz aller Rückschläge
nicht mutlos zu werden,
für Gerechtigkeit einzutreten,
unsere Mit-Welt zu schützen
und das Leben und die Würde
aller Menschen zu verteidigen."

Zwei längere Texte erzählen - leicht anekdotisch gefärbt -, wie Kräutler, der aus Vorarlberg stammt und bis 2016 Bischof von Xingu in Amazonien war, Weihnachten in Brasilien erlebt hat, in einem baufälligen Pfarrhaus und bei einem liebevoll inszenierten Krippenspiel mit einem besonderen Jesus-Kind. Seine "Gedanken zur Weihnachtsbotschaft" setzen mit ihrer Option für die Armen einen ganz eigenen, ebenso berührenden wie nachdenklich stimmenden Akzent in der Advents- und Weihnachtszeit. Der Tyrolia-Verlag veredelte diese ungewöhnliche Perspektive auf Weihnachten durch zweifarbigen Druck und einen Einband in Leinen. Eine wohltuend andere, völlig unsentimentale Sicht auf Weihnachten.



TYROLIA - Verlagsinformation:
Weihnachten - Fest der Hoffnung für alle
Starke Texte von Amazonas-Bischof Erwin Kräutler

Ausgehend von persönlichem Erleben in seiner Diözese am Xingu in Amazonien und inspiriert von den biblischen Texten stößt Bischof Erwin Kräutler in diesem Buch zum Kern von Weihnachten vor: der Botschaft, dass Gott den Menschen nahe ist. Abgewiesen in den Herbergen, arm geboren in einem Stall, geflüchtet in ein fremdes Land, um den Todesschwadronen eines Tyrannen zu entgehen, sind Josef, Maria und Jesus den Menschen ähnlich, die heute abgedrängt, heimatlos und ausgeschlossen sind. Für sie will Jesus der angekündigte Immanuel sein, der Gott-mit-uns, der Frieden und Gerechtigkeit bringt.

"Lasst uns nach Betlehem gehen
und Kranke und Einsame trösten,
für Ausgegrenzte und Verfolgte eintreten
und Fremden eine Heimat bereiten."
Bischof Erwin Kräutler

Montag, 13. November 2017

Dramatischer Appell für Umweltschutz

ORF, 13.11.2017
„Warnung an die Menschheit“
Wissenschaftler aus mehr als 180 Ländern mahnen in einem gemeinsamen Appell mehr und konsequentere Maßnahmen für den Umweltschutz auf der Erde ein. Diese „Warnung an die Menschheit“ wurde von mehr als 15.000 Forschern unterzeichnet. Der Zeitpunkt des Aufrufs kommt nicht von ungefähr: Bei der Weltklimakonferenz in Bonn soll entschieden werden, wie das Pariser Klimaabkommen umgesetzt werden kann. Neue Daten geben wenig Grund zu Optimismus: Nach Jahren der Stagnation erreicht der globale Ausstoß von Treibhausgasen heuer voraussichtlich ein Rekordhoch.


ZDF, 13.11.2017
Klimawandel
CO2-Ausstoß steigt - Forscher warnen
Aktuelle Studien zeigen: Der CO2-Ausstoß ist im Jahr 2017 wieder gestiegen. Forscher warnen: Es gebe ein "nie da gewesenes Risiko für die Menschheit durch die globale Erwärmung".


A Second Notice-PDF


Kirche und Leben,16.11.2017
Franziskus schreibt an Teilnehmer des UN-Klimagipfels in Bonn
Papst wünscht sich »wirksame Entscheidungen« gegen Klimawandel

Dienstag, 7. November 2017

UN-Klimakonferenz in Bonn


Deutsche Welle, 6.11.2017
COP23: Neuer Rekord für Erdtemperatur 2017
Die Erde erwärmt sich dramatisch. 2017 wird wieder eines der drei heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit ist es schon etwa 1,1 Grad wärmer geworden.
Zum Auftakt der Welt-Klimakonferenz präsentierte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Montag in Bonn ihren neuesten Bericht zur Erwärmung der Erdatmosphäre. Mit einer großen Wahrscheinlichkeit wird 2017 wieder eines der heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung sein.
Nach vorläufigen Daten der WMO lag die durchschnittliche globale Erdtemperatur von Januar bis September 2017 etwa 1,1 Grad Celsius über der vorindustriellen Zeit um ca. 1850.

Aufgrund des El Niño -Ereignisses im tropischen Pazifik mit zusätzlichem Wärme-Schub war zwar 2016 das bisherige Rekordjahr. Zieht man jedoch dieses El Niño–Ereignis ab, dürfte "2017 wird mit Sicherheit das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen ohne ein El Niño-Ereignis sein", erklärt Klimaforscher Stefan Rahmsdorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im DW-Interview.


Blickpunkt Lateinamerika, 6.11.2017
"Brasilien ist kein Problemfall des Klimas"
Beunruhigende Zahlen aus Brasilien: So sind Brasiliens CO2-Emissionen in den Jahren 2015 und 2016 um 12,3 Prozent gestiegen, während die Wirtschaft gleichzeitig um rund acht Prozent einbrach. Ein ungewöhnliches Phänomen, das für die Zukunft nichts Gutes erahnen lässt.
Wir sprachen mit Tasso Azevedo, der Brasiliens Treibhausgas-Prognose-System SEEG leitet. Seit Jahren gehört Azevedo der brasilianischen Delegation bei Klimakonferenzen an. Auch bei der COP23-Klimakonferenz in Bonn (6. - 17. November) ist er wieder dabei.


Deutsche Welle,6.11.2017
Amazonas-Regenwald
COP23: Sein und Schein der brasilianischen Umweltpolitik
Mit dem Amazonas-Regenwald hat Brasilien eine besondere Verantwortung in der Umweltpolitik. Zum Klimagipfel in Bonn reist die Delegation mit einer gemischten Bilanz an. Kritiker warnen vor Schönfärberei.


Zeit-Online, 6.11.2017
Klimakonferenz in Bonn:
Wir Großmäuler
In der Klimapolitik ist Kanzlerin Merkel nicht viel besser als Donald Trump: Beide machen viel zu wenig. Jetzt kommt die Rechnung für die Untätigkeit.


Stadt Gottes, November 2017
"Beim Thema Klima darf die Menschlichkeit nicht verloren gehen"
Schlimme Überschwemmungen, anhaltende Dürren und schwere Stürme – die Wetterphänomene werden extremer. Schuld ist der Klimawandel, der unseren schönen Planeten immer wärmer werden lässt. Vor der Weltklimakonferenz vom 6. bis 17. November, zu der über 25  000 Teilnehmer erwartet werden, sprach stadtgottes-Autor Thomas Pfundtner mit Professor Dr. Anders Levermann über den Klimawandel, die Ursachen und die Folgen


COP23-Homepage
Wer oder was ist die "COP 23"?
Genau genommen handelt es sich bei dem Klimagipfel um drei Konferenzen unter einem Dach, aber mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Zum einen kommen Vertreterinnen und Vertreter aller Staaten zusammen, welche die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC) unterzeichnet und ratifiziert haben. Diese internationale Vertragsstaatenkonferenz (englisch: Conference of the Parties, COP), versammelt sich in Bonn zum 23. Mal und trägt daher die Abkürzung "COP 23".
Seit 2005 ist die COP um das Treffen der Unterzeichner und Ratifizierer des Kyoto-Protokolls (Conference of the Parties serving as the meeting of the Parties to the Kyoto Protocol, CMP) erweitert und wird seit 2016 um das Treffen der Unterzeichner des Paris-Abkommens (Conference of the Parties serving as the Meeting of the Parties to the Paris Agreement, CMA) ergänzt. Vollständig trägt der Klimagipfel also die Bezeichnung COP23/CMP13/CMA1.2.

Welche Ziele verfolgt die COP 23?
Die Delegierten der Regierungen werden um die Details zur Anwendung des Pariser Abkommens von 2015 verhandeln. Herauskommen soll dabei ein so genanntes "Regelbuch", das beim nächsten Klimagipfel Ende 2018 in Polen verabschiedet werden soll.
Parallel zu den offiziellen Verhandlungen findet wie in den letzten Jahren eine große und bunte Zusammenkunft von Klimaschützern aus aller Welt und aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen statt – Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Religionsgemeinschaften und Umweltverbände.

Dossiers zu UN-Klimakonferenz in Bonn:

Deutschlandfunk

Zeit-Online

Frankfurter Allgemeine


Montag, 30. Oktober 2017

Belo Monte: 7. Francis-Turbine geht in Betrieb

Trotzdem ein Gericht am 13.9. den Baustopp für Belo Monte verfügte, indem die Installationslizenz wegen Säumigkeit bei der Umsetzung der Bedingungen entzogen wurde, genehmigte die Nationale Elektrizitätsagentur (Aneel) am 28.10.2017 den Betrieb der 7. Francis-Turbine des Kraftwerks Belo Monte mit einer Leistung von 611 KW. Bis 2019 sollen insgesamt 18 solcher Turbinen in Belo Monte Strom produzieren.

AE Agência Estado, 30/10/2017
Aneel autoriza início de operação comercial de 7ª unidade da UHE de Belo Monte

A Superintendência de Fiscalização dos Serviços de Geração da Agência Nacional de Energia Elétrica (Aneel) liberou a unidade geradora UG7 de 611.111,11 kW, da Usina Hidrelétrica de Belo Monte, a iniciar a operação comercial a partir do dia 28 de outubro de 2017. O despacho está publicado no Diário Oficial da União desta segunda-feira.

A superintendência também autorizou o início da operação comercial das unidades geradoras UG2 e UG4, de 141.601 e 127.979 kW, respectivamente, totalizando 269.580 kW de capacidade instalada, da UTE Fibria MS-II.

Samstag, 28. Oktober 2017

Brasiliens Bischöfe prangern "unmenschliche" Sklavenpolitik an


Domradio.de, 27.10.2017
"Kuhhandel" der Regierung
In Brasilien will die Regierung den Kampf gegen Sklaverei erschweren. Die dortige Bischofskonferenz übt Kritik. Die geplanten Änderungen in der Gesetzgebung seien "unmenschlich" und ein "Rückschritt", hieß es in einer Stellungnahme der Bischöfe.

Die politische Klasse habe sich damit in schlimmer Weise von der Gesellschaft abgewandt. "Diese Gesetzesinitiative eliminiert den rechtlichen Schutz vor Sklavenarbeit, der zuvor so hart erkämpft wurde", so das Schreiben. Auf Druck der Kirche hatte die Regierung 1995 Gesetze erlassen, die den Kampf gegen die modernen Formen der Sklaverei stärkten. Seitdem waren mehr als 52.000 Menschen aus sklavenähnlichen Verhältnissen befreit worden. Zudem wurden Täter zivilrechtlich belangt.

Die letzte Woche erlassene Verordnung schränke den Begriff der Sklaverei nun lediglich auf Zwangsarbeit und Freiheitsberaubung ein. "Sie erlaubt damit exzessive Arbeitszeiten und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, schwächt die Kontrollen, die Verfolgung, die Bestrafung und die Ausrottung der Sklaverei durch den brasilianischen Staat", heißt es in der bischöflichen Stellungnahme. Man stelle auf der Suche nach immer mehr Gewinn das Kapital über die Menschen.

"Affront gegen die Brasilianer"

Auf Druck der Agrar-Lobby hatte Präsident Michel Temer die Kriterien zur Verfolgung von Sklavenarbeit gelockert. Im Gegenzug retteten die der Landwirtschaft nahestehenden Parlamentarier Temer bei einer Abstimmung am Mittwoch vor strafrechtlicher Verfolgung wegen Korruptionsvorwürfen. Dieser "Kuhhandel der Regierung" sei ein Affront gegen die Brasilianer, so die Bischöfe. Er verschärfe die Armut von Millionen Menschen.

Das Oberste Gericht hatte die Verordnung am Dienstag als nicht verfassungskonform eingestuft. Trotzdem will die Regierung an ihr festhalten. Allerdings soll sie bis Ende Oktober überarbeitet werden. Man werde dabei die Kritikpunkte der Justiz und internationaler Organisationen wie der Weltarbeitsorganisation ILO einarbeiten. Diese hatte angemahnt, dass Brasilien durch die Neuregelung seine weltweite Vorbildfunktion bei der Bekämpfung der Sklaverei verliere.


NZZ, 10.10.2017
Brasiliens Agrarlobby sägt am eigenen Ast
Die Gegner eines Freihandels mit Brasilien bekommen – nach dem Gammelfleischskandal – neue Munition: Die Agrarlobby hat erreicht, dass die Kriterien, die Sklavenarbeit definieren, gelockert werden.



CNBB, 26/10/2017
Bispos repudiam Portaria nº 1.129 do Ministério do Trabalho do Governo Federal
O Conselho Permanente da CNBB, reunido em Brasília, de 24 a 26 de outubro, emitiu nota oficial repudiando com veemência a Portaria 1129 do Ministério do Trabalho considerando que ela elimina proteções legais contra o trabalho escravo.

Freitag, 20. Oktober 2017

Bischof Kräutler unterstützt Initiative „Pro Pope Francis“



Religion.orf.at, 20.10.2017
Initiative „Pro Pope Francis“ hat 10.000 Unterstützer
Wie ein Lauffeuer verbreite sich derzeit die Initiative „Pro Pope Francis“, die den Papst und dessen „Pastoralkultur“ der Barmherzigkeit gegen innerkirchliche Kritiker verteidigen will, berichtete Kathpress am Freitag.

Seit dem Start der auf Deutsch und Englisch gestalteten Website www.pro-pope-francis.com haben sich innerhalb von drei Tagen bereits mehr als 10.000 Personen dem direkt an Franziskus gerichteten Offenen Brief mit ihrer Unterschrift angeschlossen. Das teilte der Wiener Theologe Paul Michael Zulehner am Freitag Kathpress mit, der „Pro Pope Francis“ gemeinsam mit dem Prager Religionsphilosophen Tomas Halik initiiert hatte.

Prominente Namen
Auf der im Internet einsehbaren Liste der Unterstützer finden sich prominente Namen aus dem innerkirchlichen Bereich, aber auch darüber hinaus: u. a. die österreichischen Altbischöfe Paul Iby (Eisenstadt), Erwin Kräutler (Xingu, Brasilien) und Helmut Krätzl (Wien), Bischof Miklos Beer (Vac), der Prager Weihbischof Vaclav Maly, KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer, Erzabt Asztrik Varszegi von Pannonhalma (Ungarn), die spirituellen Lehrer P. Anselm Grün und David Steindl-Rast; weiters der ehemalige Staatspräsident Ungarns, Laszlo Solyom, der frühere deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und ÖVP-Ex-Vizekanzler Erhard Busen.


Katholisch.de, 28.10.2017
Fast 30.000 Unterstützer für "Pro Pope Francis"
Angefangen hatte die Initiative "Pro Pope Francis" als Idee von zwei Theologen. Nun haben bereits fast 30.000 Gläubige ihre Unterstützung für Papst Franziskus bekundet - trotz Kritik an der Aktion.

Kräutler setzt große Hoffnung in Amazonien-Synode


Religion.orf.at, 19.10.2017
Kräutler setzt große Hoffnung in Amazonien-Synode
Der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler setzt große Hoffnungen in die von Papst Franziskus angekündigte Sonderbischofssynode zur Amazonas-Region.

„Unsere Freude ist übergroß und die Erwartungen selbstverständlich noch größer“, sagte der aus Österreich stammende emeritierte Bischof von Xingu am Donnerstag im Interview der katholischen Nachrichtenagentur Kathpress zu der Bischofsversammlung, die im Oktober 2019 in Rom stattfinden soll.

Die Synode werde sich „mit neuen Wegen und neuen Formen der Evangelisierung“ befassen und nach Antworten auf die regionalen ökologischen und sozialen Herausforderungen suchen. Angesichts der Klimaveränderung habe sie auch „weltweite Bedeutung“, erinnerte Kräutler an die Folgen der immer weiter voranschreitenden Zerstörung des Regenwaldes.

Kräutler setzte sich für Synode ein
Kräutler war von 1981 bis 2015 Bischof der flächenmäßig größte Diözese Brasiliens mitten im Amazonasgebiet. Der 78-Jährige ist weiterhin Sekretär der brasilianischen Bischöflichen Kommission für Amazonien und im länderübergreifenden kirchlichen panamazonischen Netzwerk REPAM (Rede Eclesial Panamazonica) tätig.

Das vom Lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM, der Brasilianischen Bischofskonferenz und der Lateinamerikanischen Religiosenkonferenz CLAR gegründete Netzwerk dürfte bei der Vorbereitung der Bischofssynode eine wesentliche Rolle spielen. Das Projekt einer Amazonas-Synode war in den vergangenen Jahren von den Ortsbischöfen in der betroffenen Region - und hier besonders von Bischof Kräutler - mehrfach ins Spiel gebracht worden.

Pastorale Linien entwickeln
Durch die Synode sollten die „richtungsweisenden“ Worte des Papstes zu Amazonien und den Indigenen Völkern „konkrete Gestalt annehmen“, sagte Bischof Kräutler unter Verweis auf entsprechende Passagen in der Enzyklika „Laudato si“ und mehrere Ansprachen des Papstes während seiner bisherigen Lateinamerika-Besuche. „Das gesprochene oder geschriebene Wort soll in neuen Wegen der Evangelisierung, in entsprechenden pastoralen Linien und Prioritäten zum Ausdruck kommen.“
Bischof Erwin Kräutler

Bedrohten Lebensraum in Amazonien verteidigen
Thematische Schwerpunkte sieht Kräutler vor allem in der Situation der indigenen Völker, der Zukunft sogenannter „eucharistieloser Gemeinden“ aber auch der Rolle der katholischen Kirche bei der Verteidigung des bedrohten Lebensraumes der Menschen in Amazonien. Dies sei jedoch keineswegs eine vollständige Auflistung. Aus Sicht des Bischofs belegt die Einberufung der Synode außerdem einmal mehr den Willen des Papstes zur Stärkung der Kollegialität des Episkopats.

Antworten der Kirche auf Herausforderungen wie in Amazonien könnten „nicht autoritär von oben herab gegeben werden“. Das kirchliche Lehramt habe „nicht von vornherein für alles und jedes eine fertige Antwort“. Franziskus wolle daher „Bischöfe, die vor Ort die Probleme hautnah erleben und die Realität aus eigener Erfahrung kennen in die Entscheidungsfindung miteinbeziehen“.

Art der Evangelisierung
So stelle sich etwa die Frage, welche Form der Glaubensverkündigung bei den Indigenen in Frage kommt, also eine Evangelisierung der indigenen Kultur oder eine Evangelisierung, die von der jeweiligen indigenen Kultur und ihren je eigenen Gotteserfahrungen ausgeht. Bei bereits christianisierten Völkern, so Kräutler weiter, gehe es darum, wie deren kulturellen Ausdrucksformen in der Eucharistiefeier und Spendung der Sakramente berücksichtigt werden sollen.

Hinzukomme die Bedrohung der Indigenen durch Großgrundbesitzer, Bergwerksgesellschaften, Goldsucher, Holzunternehmen oder den Bau von Wasserkraftwerken: „Wie kann sich die Kirche mehr zusammen mit den indigenen Völkern, und nicht anstelle dieser Völker, für die Verteidigung ihrer Rechte und ihrer Würde einsetzen?“, umreißt Kräutler diesen Bereich.

„Dolchstoß“ für Amazonien
Überhaupt gehe es um die Zukunft der Amazonasregion als Lebensraum. Amazonien erleide seit Jahrzehnten „einen Dolchstoß nach dem anderen“. Wirtschaftsunternehmen handelten vielfach ohne Rücksicht auf Natur und Bevölkerung. Weite Gebiete seien einer skrupellosen Brandrodung zum Opfer gefallen, Umweltverschmutzung wie die Verseuchung von Flüssen breite sich aus, so Kräutler. Auswirkungen habe dies vor allem auf die arme Bevölkerung.

Gerade in den Städten Amazoniens nehme aber auch der „Wegwerf-Wahnsinn“ immer mehr zu, sieht der Bischof insgesamt die von Papst Franziskus eingemahnte „humane Ökologie“ im Sinne einer wechselseitigen Beziehung zwischen den Menschen und ihrer Mit-Welt massiv gefährdet. Die Synode müsse daher beraten, wie die Kirche dem entgegentreten könne und was sie an Bewusstseinsbildung tun kann, „um Amazonien für seine Menschen und den Planeten zu retten“, so Kräutler: Dazu gehöre die Förderung einer ökologischen Spiritualität, die zu mehr Genügsamkeit anleitet.

„Horrender Priestermangel“
Lösungswege soll die Synode aus Sicht Kräutlers aber auch für die pastorale Lage angesichts eines „horrenden“ Priestermangels aufzeigen. In Amazonien könnten 90 Prozent der katholischen Gläubigen keine regelmäßige reguläre Sonntagsmesse feiern, obwohl das Zweite Vatikanische Konzil mehrfach unterstrichen habe, dass die Eucharistie der Mittelpunkt der christlichen Gemeinde ist, hielt der Bischof im Kathpress-Interview fest.

In vielen der kleinen „eucharistielosen Gemeinden“ hätten die Gläubigen keinen inneren Bezug mehr zur Eucharistiefeier. „Sie sehen kaum einen Unterschied zwischen ihren Wortgottesdiensten und dem Samstags- oder Sonntagskult der Evangelikalen“, sieht Kräutler darin einen Mitgrund für den Zulauf zu evangelikalen Gemeinschaften.

Diakoninnen statt Priester
Die in Brasilien versuchte Umverteilung von Priestern aus dem Süden des Landes in den Norden habe nur minimale Erfolge gebracht. Viele Geistliche aus dem Süden hätten große Probleme, sich im Kulturkreis Amazoniens einzuleben, so Kräutler. „Es geht um das ‚amazonische Gesicht‘ der Kirche und dies auch im Hinblick auf das Weihepriestertum.“ „Welche Form des priesterlichen Dienstes ist heute in Amazonien, insbesondere bei christlichen indigenen Völkern gefordert?“, ist für Kräutler daher eine der Fragen für die Amazonien-Synode.

Aus Sicht des Bischofs ist klar, dass es hier um die Frage nach den Zulassungsbedingungen zum Weihepriestertum gehen muss „und vermutlich auch zur Diakoninnenweihe, da die kleinen Gemeinden mehrheitlich von Frauen geleitet werden“, wie er sagte.

Erfahrene Gemeindeleiter einsetzen
„Vielleicht kann sogar der Vorschlag des emeritieren Bischofs Fritz Lobinger aufgegriffen werden“, verwies Kräutler auch erneut auf ein Modell des aus Deutschland stammenden langjährigen katholischen Missionsbischofs von Aliwal in Südafrika. Lobinger spricht sich darin dafür aus, dass Gemeinden ohne Priester durch ein „Team of Elders“, also in der Gemeindeleitung „Erfahrenen“, geleitet werden, und diese dann auch zu ordinieren, damit sie mit ihren Gemeinden Eucharistie feiern können.


Domradio.de, 19.10.2017
Amazonien-Synode: Hohe Erwartungen bei emeritiertem Bischof
"Probleme hautnah erleben"
Der emeritierte Amazonas-Bischof Erwin Kräutler setzt große Hoffnungen in die von Papst Franziskus angekündigte Bischofssynode für seine Region. Vor allem die schwierige Situation der Indigenen ist ihm ein Anliegen.

Montag, 16. Oktober 2017

Papst lädt 2019 zur Bischofssynode für das Amazonas-Gebiet

Radio Vatikan, 15/10/2017

Franziskus lädt für Oktober 2019 zu einer Sonderversammlung der Bischofssynode für das Amazonas-Gebiet nach Rom ein. Das gab der Papst beim Angelus-Gebet an diesem Sonntag auf dem Petersplatz bekannt. Er greife mit dem Bischofstreffen die Bitten verschiedener lateinamerikanischer Bischofskonferenzen sowie von Priestern und Gläubigen aus weiteren Teilen der Welt auf, sagte der Papst im Anschluss an eine Messe auf dem Petersplatz, bei der er Märtyrer unter anderem aus Brasilien und Mexiko heiligsprach.

Hauptziel der Bischofsversammlung, deren genaues Datum der Papst noch nicht bekannt gab, sei es, über „neue Wege der Evangelisierung“ in diesem Erdteil zu beraten, die vor allem den dort ansässigen indigenen Völkern zugutekommen sollten, so Papst Franziskus. Diese Menschen würden „häufig vergessen“ und „ohne gute Zukunftsperspektiven“ gelassen.

Die Region des Amazonas-Regenwaldes befinde sich in der „Krise“, fuhr der Papst wohl mit Blick auf die Zerstörung der Umwelt und des indigenen Lebensraums dort fort. Das Amazonasgebiet sei eine „Lunge unseres Planeten“ und habe „entscheidende Bedeutung“ für die globale Zukunft, so Franziskus:

„Mögen die neuen Heiligen für dieses kirchliche Ereignis bitten, damit im Respekt vor der Schönheit der Schöpfung, alle Völker der Welt Gott loben, den Herrn des Universums, und – durch ihn erleuchtet – Wege der Gerechtigkeit und des Friedens beschreiten.“

Der Papst grüßte im Anschluss an die Messe beim Angelus-Gebet die zahlreichen Pilger und offiziellen Delegationen, die aus Brasilien, Frankreich, Italien, Mexiko, Malta und Spanien zur Heiligsprechung nach Rom gekommen waren.

Zudem erinnerte der Papst an den Welttag zur Überwindung extremer Armut, der am kommenden 17. Oktober begangen wird. Papst Franziskus wird am Vortag, nämlich Montag, bei der Welternährungsbehörde FAO in Rom selbst dieses Thema berühren, wenn er über den Kampf gegen Hunger und Armut spricht.

„Elend ist kein Schicksal; es hat Ursachen, die erkannt und beseitigt werden müssen, um die Würde unserer Brüdern und Schwestern zu ehren und dem Beispiel der Heiligen zu folgen.“


Katholisch.de, 17.10.2017
Ist der Zölibat das Thema der Amazonas-Synode?
Kritiker des Papstes fürchten, dass nicht die Evangelisierung indigener Völker, sondern eine Lockerung des Zölibats Thema der Amazonas-Synode sein könnte.
Ihren Ursprung hatten derartige Spekulationen im April 2014: Damals empfing Franziskus im Vatikan den Amazonas-Bischof Erwin Kräutler. Der für seine unkonventionellen Ansichten bekannte Österreicher sagte anschließend in einem Interview, der Papst habe um "mutige und couragierte" Lösungsvorschläge der Brasilianischen Bischofskonferenz für die Seelsorge der Zukunft gebeten. Ein Vorschlag, so Kräutler weiter, werde gewiss sein, "dass man Zölibat und Eucharistiefeier entkoppelt". Da nutzte es wenig, dass der Bischof kurz darauf Behauptungen zurückwies, er arbeite am Thema Priesterweihe von Verheirateten und das Ganze als "Missverständnis" bezeichnete.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Antônia Melo erhält Alexander Soros Foundation Award 2017


Antônia Melo ist bekannt für ihren unerschrockenen Kampf gegen das Kraftwerk von Belo Monte an der Seite von Bischof Erwin Kräutler. Sie gründete die Bewegung "Xingu Vivo Para Sempre", an der sich NGOs der Zivilgesellschaften und Umweltschützer anschlossen. Der investigative Journalismus von Xingu Vivo wurde wegen Gefährdung der Staatssicherheit verboten und die Mitarbeiter kriminalisiert. Wegen des Kraftwerksbaus und den damit verbundenen Flutungen von Altamira musste Antônia im September 2015 ihr Haus räumen.

In der Begründung zur Preisverleihung heißt es, Antônia Melo habe durch ihren Einsatz gegen die Zerstörung der Amazonasregion vielen Indigenen und Flussbewohnern geholfen und dazu beigetragen, dass die oft illegalen Vorgehensweisen national und international bekannt wurden. Das hatte schließlich auch Auswirkungen auf die Aufdeckungen der Korruptionsskandale rund um den Kraftwerksbau von Belo Monte.

Der Alexander Soros Foundation Award für Umweltschutz und Verteidigung der Menschenrechte ehrt seit 2012 jährlich Aktivisten, die sich in besonderer Weise für Umwelt und Menschenrechte einsetzen. Antônia ist die 6. Gewinnerin.


Xingu 230 - Youtube, 12.10.2017
Em Nova York Antônia Melo ganha prêmio por sua luta contra Belo Monte
International Rivers, 10/10/2017
Antônia Melo Wins Alexander Soros Foundation Award for 2017
We are thrilled to share the news that Antônia Melo, our close friend and partner, and tireless champion of the Amazon and its people, has been awarded the Alexander Soros Foundation Award for 2017!

Antônia has risked everything to stop the destructive Belo Monte Dam in the Brazilian Amazon. Two decades ago, Melo, a mother of five, founded the “Movimento Xingu Vivo Para Sempre,” a collective of social and environmental organizations in the Altamira region of Brazil impacted by the Belo Monte hydroelectric project. The movement brings together groups unified in their objection to the dam, including communities living along the river, fishermen, rural workers, urban dwellers, Indigenous Peoples, and religious and women’s organisations.

#ASFAward2017

Alex Soros Foundation

"Antônia Melo" auf diesem Blogspot

Mittwoch, 4. Oktober 2017

"Erwin-Kräutler-Preis" an Sebastian Pittl und Stefan Silber

Foto v.l.n.r.: Rektor Heinrich Schmidinger, Univ.-Prof. DDr. Franz Gmainer-Pranzl, Dr. Sebastian Pittl, Dr. Stefan Silber und Bischof Erwin Kräutler - Fotonachweis: Kolarik
Am 3. Oktober 2017 vergab das Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen der Universität Salzburg zum vierten Mal den Erwin Kräutler-Preis. Er ging heuer an die Theologen Sebastian Pittl (IWM St. Georgen) und Stefan Silber (Universität Osnabrück).
Uni Salzburg, 4.10.2017

Mittwoch, 27. September 2017

Brasilien nimmt Bergbaufreigabe zurück


ORF, 26.9.2017
Erfolgreiche Proteste von Umweltschützern
Im August dieses Jahres hat der brasilianische Präsident Michel Temer ein Dekret unterschrieben, das Regenwaldreservat Reserva Nacional do Cobre e Associados (RENCA) für den Goldabbau zu öffnen. Nach scharfen Protesten nimmt die Regierung die umstrittene Verordnung nun zurück, wie die Behörden am Montag (Ortszeit) mitteilten. Am Dienstag soll ein neues Dekret zum Schutz des Regenwaldes veröffentlicht werden.

Die Regierung setzte das Dekret zwar vorerst aus, kündigte aber an, es zu einem späteren Zeitpunkt weiter diskutieren zu wollen. „Brasilien muss wachsen und Arbeitsplätze schaffen, Bergbauinvestitionen anlocken und das ökonomische Potenzial der Gegend nutzen“, so das Ministerium für Bergbau und Energie am Montag in einem Statement.
Naturschutzgebiet soll erhalten bleiben

Bedroht war ein Naturreservat in der Fläche von Dänemark, berichtete kürzlich der Buchautor Chris Feliciano Arnold in der „New York Times“ („NYT“). Das etwa 46.100 Quadratkilometer große Schutzgebiet RENCA erstreckt sich über die brasilianischen Bundesstaaten Para und Amapa. Während der Militärdiktatur war es als geschlossenes Terrain ausgewiesen, das andere Länder davor hindern sollte, Bodenschätze auszubeuten. Heute ist es ein Naturschutzgebiet, das laut dem lokalen Forschungsinstitut IPAM nicht nur die höchste Dichte an Säugetieren beherbergt, sondern in dem auch indigene Völker leben.

„Kein Paradies“: Kriminelle Schürfer im Regenwald
Temers Rechtfertigung für den industriellen Bergbau war, illegalen Holzfällern und Goldgräbern Einhalt zu gebieten. Diese würden „den Reichtum der Nation plündern“ und das Wasser mit Quecksilber verseuchen, so der brasilianische Präsident noch vor Kurzem - es handle sich um „kein Paradies“. Im Zuge des RENCA-Erlasses schlug er außerdem vor, die Einhaltung von Umweltstandards den Bergbauunternehmen selbst zu überlassen - und die Regierung damit zu entlasten.

Doch großräumige Bergbauvorhaben im Amazonas-Regenwald, ob legal oder illegal, würden immer ein hohes Risiko mit sich bringen, so Buchautor Arnold, und zwar nicht nur durch den Abbau von Rohstoffen selbst: Zusätzlich werden Straßen, Schienen und Staudämme gebaut - und dafür Regenwald abgeholzt. Diese „Nebenprojekte“ würden Trinkwasser verschmutzen und den Lebensraum für Flora, Fauna und Mensch zerstören, kritisierten Umweltschützer.

Weitere Dekrete für Bauprojekte noch aufrecht
Unterstützt wurden dieses Argumente kürzlich auch von Bundesrichter Rolando Valcir Spanholo. Er hatte der Öffnung des Reservats einen Riegel vorgeschoben und das ursprüngliche Dekret somit erst einmal ausgesetzt. Eine solche Verordnung brauche die Zustimmung des Nationalkongresses, urteilte Spanholo, was die Hoffnung vieler Regenwaldschützer wachsen ließ.

Doch der RENCA-Beschluss ist nicht der einzige seiner Art. Derzeit liegen den brasilianischen Behörden noch weitere drei Gesetzesentwürfe zur Nutzung des Amazonas-Gebiets vor, laut denen innerhalb der nächsten acht Jahre insgesamt fünf Millionen Hektar geschütztes Regenwaldareal erschlossen werden sollen, so die „NYT“. Ein anderes Dekret sehe etwa vor, ein Gebiet in der Fläche von Alaska auswärtigen Bergbauinvestitionen zu überlassen. Es bleibt unklar, ob sich die Zurückweisung des RENCA-Dekrets auch auf andere Regenwaldgebiete in Brasilien bezieht.

„Kein Anführer ist immun gegen öffentlichen Druck“
Nationale und internationale Umweltschützer stellten sich vehement gegen die Vorhaben zu RENCA und zeigten sich jetzt vorsichtig optimistisch. „Sollte das neue Dekret umgesetzt werden - egal wie schlecht auch immer -, so zeigt die Aussetzung der Verordnung, dass kein Anführer komplett immun gegen öffentlichen Druck ist“, so Marcio Astrini, Greenpeace-Koordinator. „Es ist ein Sieg der Gesellschaft über jene, die unseren Wald zerstören und verkaufen wollen.“

Der Oppositionelle Senator aus Amapa nannte die alte Verordnung gar „die größte Attacke auf das Amazonas-Gebiet seit 50 Jahren“. Kritisiert wurde außerdem, dass Temer indirekt von den Brasilianern gefordert hatte, ihre Geschichte zu vergessen und auf das Geld zu vertrauen, das der Bergbau in die Gegend bringen sollte. Doch die Brasilianer hatten genügend Gründe, diesen Argumenten wenig Glauben zu schenken - zu groß war die Gefahr für Mensch und Umwelt erst im Jahr 2015, als ein Damm in Bento Rodrigues brach und eine der weltweit größten Umweltkatastrophen anrichtete.

Dabei gelangte durch den Bruch eines Rückhaltebeckens der Eisenerzmine 32 Millionen Kubikmeter toxischer Schlamm bis in den Atlantischen Ozean. 17 Menschen starben, und mehrere Hunderttausend wurden von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Experten zufolge wird es mindestens 100 Jahre dauern, bis die Rückstände der Giftstoffe verschwinden werden.

Odyssee der gescheiterten Bauprojekte
Die Geschichte der Katastrophen und behördlichen Irreführungen des brasilianischen Bergbaus ist lang: In den 1970ern wurde mit der Transamazonika-Autobahn ein über 4.000 Kilometer langes Bauprojekt mitten durch das Amazonas-Becken gestartet, das lange noch nicht abgeschlossen ist. Es sollte die Atlantik- mit der Pazifikküste auf Höhe des Äquators miteinander verbinden, besteht derzeit aber größtenteils aus nicht asphaltierten Straßen.

Über Jahrzehnte wurde von der Regierung versprochen, unentdecktes Binnenland für Besiedelung zu öffnen - vor allem mussten dafür aber Tausende indigene Bewohner ihren Lebensraum oder sogar ihr Leben lassen. Ein beispielloser Fall, der von einem Bundesstaatsanwalt sogar als Ethnozid bezeichnet wurde, ist jener des Wasserkraftwerks Belo Monte - immer noch in Bau seit der Zeit des Militärregimes. Das Megaprojekt sollte Strom für den Bergbau liefern, verdrängte aber Tausende Menschen in die Überschwemmungsgebiete des Amazonas. Indigene Völker protestierten über Jahre, die Regierung versuchte sie durch schlecht organisierte Hilfsprogramme ruhigzustellen.

Mächtige Temer-Lobby schützt ihren Präsidenten
Und neben riesiger staatlicher Bauprojekte im brasilianischen Regenwald gibt es da auch noch die Fehden um Land, die Großgrundbesitzer untereinander führen. Eine mächtige Lobby an Ranchern, Holzfällern, Baulöwen und Lokalpolitikern bekämpft sich gegenseitig und beutet Arbeiter aus, die nicht zuletzt auch oft selbst ihres Landes beraubt wurden, kritisierte Arnold. Diese vermögende Clique an Eignern bilde sich aus genau jenen Menschen, die Temer vor einem Korruptionsskandal schützen würden. Es bleibt also abzuwarten, ob das neue Dekret zum Schutz des Regenwaldes von Dauer sein wird.


Agência Brasil, 26/09/2017
Decreto que revoga a extinção da Renca é publicado no Diário Oficial
O Decreto nº 9.159, que revoga outro decreto, o de número 9.147, de 28 de agosto de 2017, que extinguiu a Reserva Nacional do Cobre e Associados (Renca), está publicada no Diário Oficial da União desta terça-feira (26). Ele foi assinada ontem (25) pelo presidente Michel Temer. A decisão de extinguir a Renca foi questionada por ambientalistas, artistas e repercutiu na mídia internacional.


Ministério de Minas e Energia, 25/09/2017
Governo revoga decreto que extingue a Renca
O Ministério de Minas e Energia (MME) comunica que encaminhou ao Palácio do Planalto solicitação para que o governo examinasse a revogação da medida que extinguiu a Reserva Nacional de Cobre e Associados (Renca). A Casa Civil da Presidência da República informou ao MME que vai adotar a medida com a edição de um novo Decreto a ser publicado na edição desta terça-feira, 26, no Diário Oficial da União.

The New York Times, 18.9.2017
In the Amazon, a Catastrophic Gold Rush Looms
Brazil’s interim president, Michel Temer, is willing to sacrifice millions of acres of rain forest in pursuit of a 16th-century boondoggle: fortunes of gold in the Amazon.

Dienstag, 26. September 2017

Bischof Kräutler fordert mehr Solidarität mit Amazonas-Katholiken


Erzdiözese Wien, 29.5.2017
Bischof Kräutler fordert mehr Solidarität mit Amazonas-Katholiken

Mehr Solidarität mit den Katholiken im Amazonas wünscht sich Bischof Erwin Kräutler von den österreichischen Bischöfen wie auch von der weltweiten katholischen Kirche. Papst Franziskus habe alle Bischöfe dazu aufgerufen, über neue Formen der Zulassung zum Weihepriestertum nachzudenken. Und das sei dringender denn je, so Kräutler mit Blick auf die Amazonas-Diözese Xingu, wo es einen "unvorstellbaren" Priestermangel gebe. Kräutler äußerte sich im "Kathpress"-Interview am Rande der 20. Globart Academy in Krems, die am Wochenende zu Ende gegangen ist.

Nur viermal im Jahr Eucharistie
Wie der Bischof berichtete, gebe es in der Diözese Xingu, die rund vier Mal so groß ist wie Österreich, für 800 Gemeinden gerade einmal 30 Priester. 70 Prozent der Gläubigen könnten höchstens vier Mal im Jahr die Eucharistie feiern. "Und da müssen einfach die Alarmglocken läuten", so Kräutler. Den Menschen im Amazonasgebiet gehe deshalb auch vielfach das Verständnis für die Eucharistie verloren, warnte der Bischof. Und damit würden auch die Grenzen zu den vielen evangelikalen Gruppen im Land verschwimmen, die viel Zulauf hätten.

Das Zustandekommen einer Eucharistiefeier dürfe nicht davon abhängen, ob ein zölibatär lebender Priester vorhanden sei, zeigte sich Kräutler überzeugt. Eine Konferenz der Bischöfe von Amazonien im vergangenen November habe sich bereits diesbezüglich klar ausgesprochen. Mehr Rückhalt aus anderen Kontinenten dafür - "und damit meine ich auch Europa" - wäre notwendig. Auch die österreichischen Bischöfe sollten - aus Solidarität mit Amazonien - mutige Schritte setzen, so der emeritierte Bischof von Xingu, der zugleich festhielt, dass der Wert des Zölibats damit in keiner Weise in Frage gestellt werde.

Verfolgt von der Mafia
Bischof Kräutler sprach bei der Globart Academy im Kremser Kloster zum Thema "Haltung in haltlosen Zeiten". Er kam dabei u.a. auch darauf zu sprechen, dass er selbst immer wieder wegen seines Einsatzes für Arme und Unterdrückte verfolgt wurde und wird. "Es gibt Typen, ich sage Mafiosi, die wollen einfach ihren Reichtum vergrößern. Dabei sind sie skrupellos und gehen über Leichen. Mit denen kann man nicht auf freundschaftlicher Basis reden, die hassen mich." So der Bischof, der seit elf Jahren sein Bischofshaus nicht mehr ohne Personenschutz verlassen kann. Bei einer Messe im Freien habe er gar eine kugelsichere Weste tragen müssen.

Kräutler: "Wenn ich mich so einsetze, dass es mir Probleme macht und ich mit dem Tod bedroht werde, dann braucht man einen Grund dazu: Warum mache ich das? Aus welchen Quellen schöpfe ich?" In solchen Situationen, wo man selbst an Leib und Leben bedroht werde, brauche man einen Halt, "und den finde ich im Evangelium". Vor allem auch das Gebet und hier wieder der Rosenkranz seien ihm eine wichtige Stütze.

Der Bischof betonte zudem die Bedeutung der Mystik: "Mystik ist frei werden, still werden vor Gott." Von daher komme auch seine Inspiration. Er danke Gott dafür, dass er ihm die Courage gebe, im richtigen Moment das Richtige zu sagen, wo immer das notwendig sei.

Es sei ihm jedenfalls unmöglich zu schweigen, so Kräutler - etwa, wenn hunderte Familien wie beim Bau des Kraftwerks Belo Monte die Lebensgrundlage entzogen wird oder indigenen Völker bei der aktuell geplanten Auflösung des Naturschutzgebietes "Renca" zwangsumgesiedelt werden.

Kräutler war von 1981 bis 2015 Bischof von Xingu, der flächenmäßig größte Diözese Brasiliens mitten im Amazonasgebiet. Der emeritierte Bischof wohnt, wenn er nicht gerade im Ausland unterwegs ist, mit seinem Nachfolger Joao Muniz Alves im gleichen Bischofshaus und ist weiter vielfältig aktiv.


Interview-Audio: "Kann nicht schweigen, wenn ein Projekt hunderten Familien die Lebensgrundlage nimmt"


Radio Vatikan, 26.9.2017
Brasilien: Über neue Weihemöglichkeit nachdenken
Mehr Solidarität mit den Katholiken im Amazonas wünscht sich der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler von der weltweiten katholischen Kirche. Mehr Solidarität bedeutet nicht nur „Geld schicken“, sondern auch pastorale Möglichkeiten anbieten, damit die Gläubigen in dem betroffenen Gebiet mit der Kirche verbunden bleiben, betont der Bischof. Eine Möglichkeit: neue Formen der Zulassung zum Weihepriestertum, damit das leidige Problem mit den Seelsorgern in einem Riesengebiet wie der Amazonas angegangen werden kann.

Samstag, 23. September 2017

Polizeieinsatz für Baustopp von Belo Monte beschlossen

Am 13. September 2017 wurde per Anordnung des regionalen Bundesgerichts in Brasília (TRF1) die Baugenehmigung (Installationslizenz) für Belo Monte entzogen und der sofortige Baustopp für das Kraftwerk verfügt, weil Umweltauflagen wie die Errichtung des Abwassersystem mit Kläranlagen für Altamira sowie die Siedlungsprojekte für die vom Staudamm betroffene Bevölkerung noch immer nicht erfüllt sind.
Bereits bei der Vergabe der Baugenehmigung am 1.6.2011 und der Betriebsgenehmigung am 24.11.2015 wäre die Umsetzung der Bedingungen notwendig gewesen, aber die Umweltbehörde Ibama gewährte sie dennoch, was Einsprüche und Klagen seitens der Staatsanwaltschaft und der Umweltbewegungen zur Folge hatte.
Da Norte Energia die Verfügung nicht befolgte und die Arbeiten fortsetze, wurde IBAMA am 20. September zur Überprüfung der Umsetzung aufgefordert, wobei bei etwaigem Widerstand der Einsatz der Polizei ausdrücklich erlaubt wurde.
Für Nichtbefolgung sind Strafen von R$ 100.000,- pro Tag vorgesehen.

Das Kanalsystem in Altamira ist nicht fertig



Beanstandet wird, dass das Siedlungsprojekt isoliert außerhalb der Stadt gelegen ist und die Häuser sind alle nach gleichen Plänen gemacht sind, obwohl bei der Präsentation des Projekts im Jahr 2012 drei Häusertypen mit 60 qm, 69 qm und 78 qm angeboten wurden. Außerdem ist die Ausführung sehr mangelhaft. Die "Betonwand" lässt sich kratzen, beim Anbohren für die Haken einer Hängematte brechen Löcher aus und in vielen Häusern weisen die Wände bereits Risse und Wasserspuren auf.

Blog-Archiv:

20. DEZEMBER 2014
Siedlungsprojekt Jatoba: finstere Straßen und feuchte Wohnungen

21. SEPTEMBER 2013
Siedlungsprojekt von Norte Energia ist irregulär


Agência Brasil, 22.9.2017
Tribunal autoriza uso de força policial para paralisar obras de Belo Monte
Na decisão, que equivale a uma sentença judicial de primeira instância, o TRF1 afirma que a suspensão da licença de instalação de Belo Monte vale “até que sejam implementadas as medidas ordenadas, cabendo ao Ibama [Instituto Brasileiro do Meio Ambiente e dos Recursos Naturais Renováveis] fiscalizar e avaliar o seu fiel cumprimento”, diz a sentença. “Inclusive, com a utilização de força policial, se necessário for”, de acordo com a decisão.

G1.Globo.com, 22.9.2017
Tribunal autoriza uso de força policial para paralisar obras de Belo Monte
Segundo TRF, ordem de paralisação foi enviada ao presidente da Norte Energia e ao Ibama em 14 de setembro, mas até agora não foi cumprida. Acórdão publicado permite cumprimento pela polícia.

Tribunal Regional Federal da 1ª Região, em Brasília, autorizou o uso de força policial para garantir que a ordem de paralisar às obras de Belo Monte seja cumprida, em obediência à decisão proferida no julgamento do último dia 13 de setembro. Segundo o TRF, no dia seguinte ao julgamento (14), ofícios foram enviados pelo Tribunal para o presidente da Norte Energia S.A e à presidente do Instituto Brasileiro de Meio Ambiente (Ibama), ordenando a paralisação, mas até agora as obras não pararam. O G1 entrou em contato com a Norte Energia, mas a empresa ainda não se manifestou sobre o assunto.

No dia 20 de setembro, foi publicado no Diário Oficial da Justiça o acórdão com a decisão do último dia 13. O documento equivale à sentença da primeira instância judicial e deve traduzir o que ocorreu no julgamento, por isso pode demorar alguns dias para ficar pronto, informou o TRF.

Nesse caso, o acórdão traz ao final: “determinou-se a suspensão da Licença de Instalação de Belo Monte, com imediata paralisação das obras de construção do referido empreendimento hidrelétrico até que sejam implementadas as medidas ordenadas, cabendo ao Ibama fiscalizar e avaliar o seu fiel cumprimento (…) inclusive, com a utilização de força policial, se necessário for”.

O documento deixa claro o motivo da paralisação. Para o Tribunal, foi constatada a irregularidade nos projetos das casas oferecidas para os atingidos por Belo Monte. Isso significa, diz o acórdão, que está “caracterizado o descumprimento da condicionante imposta no respectivo licenciamento ambiental”.

Nos ofícios enviados ao Ibama, à Justiça Federal e à Norte Energia no dia seguinte ao julgamento, o desembargador Antônio Souza Prudente informou a decisão e ressaltou que deveria haver “imediata paralisação das obras de construção do referido empreendimento hidrelétrico, sob pena de multa pecuniária no valor de R$ 100 mil por dia de atraso (no cumprimento da decisão)”.


Instituto Socioambiental, 19 de Setembro de 2017
Licença de Belo Monte é novamente suspensa
As obras estão paralisadas até que a hidrelétrica regularize as moradias construídas para abrigar as centenas de famílias despejadas em Altamira (PA)

TV-Globo, 15 Set 2017
TRF suspende licença de instalação da Usina de Belo Monte em Altamira no PA

G1.Globo.com, 13.9.2017
TRF suspende licença de instalação de usina de Belo Monte, no Pará
A decisão foi confirmada nesta terça-feira, 13. Norte Energia disse que não foi intimada pela decisão e que tomará medidas recursais cabíveis.

Secretaria de Energia e Mineração, 14/09/2017
Licença de instalação da UHE Belo Monte é suspensa e obra paralisada
Processo que levou à nova determinação refere-se a irregularidades quanto às casas oferecidas aos atingidos pela usina

Canal Energia, 13.9.2017
Licença de instalação da UHE Belo Monte é suspensa e obra paralisada
Processo que levou à nova determinação refere-se a irregularidades quanto às casas oferecidas aos atingidos pela usina
Segundo o MPF, os problemas com as casas oferecidas aos atingidos começaram antes da construção. Em 2012, alega o órgão, a Norte Energia prometeu três tipos de casas com tamanhos diferentes de acordo com o tamanho da família que fosse deslocada. Mas, em abril de 2013, sem discussão com a população atingida, outro folheto foi distribuído em que a empresa avisou que todas as casas seriam do mesmo tamanho. O folheto, continua, trazia ainda a informação de que as casas seriam feitas em concreto pré-moldado, em vez de alvenaria como havia sido anunciado.
Outro ponto destacado é que a licença de Belo Monte também previa distância máxima de dois quilômetros entre o local de reassentamento e as moradias originais dos atingidos, o que o próprio Ibama reconheceu que não foi respeitado. “Com isso, os atingidos ficaram excessivamente distantes de locais de trabalho e estudo e sem opções para se locomover, já que a cidade de Altamira não tem sistema de transporte público”, apontou a nota que acrescenta a informação de que há famílias que já venderam as casas por causa dessa condição. E outros tiveram que sair por causa da fragilidade das construções, feitas em concreto pré-moldado.
Em visita a um dos locais de reassentamento foram constatadas rachaduras e buracos nas casas, alguns provocados pelo simples ato de tentar instalar, com uma furadeira, uma escápula para uma rede. As construções, além da frustrarem a expectativa dos atingidos, violavam o Código de Obras do município de Altamira. E ainda, ao invés de de exigir a solução dos problemas, a prefeitura da cidade enviou um projeto – e a Câmara de Vereadores aprovou – onde altera o código para adequá-lo aos projetos da Norte Energia. Para o MPF, a mudança operada com rapidez pela prefeitura e vereadores é inconstitucional.

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20. DEZEMBER 2014
Siedlungsprojekt Jatoba: finstere Straßen und feuchte Wohnungen

21. SEPTEMBER 2013
Siedlungsprojekt von Norte Energia ist irregulär

Donnerstag, 21. September 2017

Bischof Kräutler spricht in Krems über "Haltung in haltlosen Zeiten"


22. September 2017, 20:00
Ort: "Kloster UND", Unistraße 6, 3504 Krems/Stein
Mensch. Macht. Mut.
Ein Gespräch über Haltung in haltlosen Zeiten
Erwin KRÄUTLER und Sonja PANTHER


Diözese St. Pölten
Bischof Kräutler spricht über "Haltung in haltlosen Zeiten"
Krems, 19.09.2017 (dsp) "Ordnung und Unordnung" lautet das Motto der heuer zum 20. Mal stattfindenden "GLOBART Academy" von 21. bis 23. September in Krems. Als eines der Highlights der Veranstaltung ist ein Gespräch mit Erwin Kräutler angekündigt, dem ehemaligen Bischof der brasilianischen Diözese Xingu; er spricht über "Haltung in haltlosen Zeiten".


ORF, 20.9.2017
Unordnung und Ordnung bei GLOBART
Beim 20-jährigen Bestehen wird im Rahmen der GLOBART Academy von 21. bis 23. September in Krems über das Thema „UNOrdnung“ diskutiert. Den GLOBART Award erhält in diesem Jahr der US-Ökonom Jeffrey Sachs.


GLOBART

Freitag, 15. September 2017

Norte Energia befolgt Baustopp nicht

Norte Energia weigert sich, die Gerichtsentscheidung vom 13.9. anzuerkennen und die Arbeiten am Kraftwerk zu stoppen. Die Firma argumentiert, dass sie bereits die Betriebsgenehmigung (Operationslizenz) besitzt und das Urteil nur die Baugenehmigung (Installationslizenz) betrifft.

Jornal Nacional, 15 de setembro de 2017
Obras de Belo Monte continuam apesar de suspensão de licença
A Norte Energia, responsável pela usina, afirma que a decisão judicial não gera efeitos práticos na obra, porque se refere à licença de instalação da usina e a empresa já possui a licença de operação.

Taradão wieder hinter Gittern

Der Großgrundbesitzer Regivaldo Pereira Galvão, "Taradão" genannt, wurde am 13. September in Altamira für seine Beteiligung an der Ermordung der amerikanischen Missionarin Dorothy Stang in der Gemeinde Anapu im Jahr 2005 verhaftet. Nach Einvernahme durch die Bundespolizei wurde er in das Gefängnis von Altamira eingeliefert.

Regivaldo Pereira Galvão wurde am 30. April 2010 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Richterin Eliana Rita Daher Abufaiad gab seiner Berufung statt und entschied am 22. August 2012 durch Hebeas-Korpus seine Freilassung aus der isolierten Strafanstalt in Belém für die Zeit weiterer Ermittlungen und Urteilsfindung.
Am 21. Juni 2017 wurde dieses Hebeas-Korpus-Urteil vom Bundesgerichtshof zurückgewiesen und seine Inhaftierung gefordert. Seither war er auf der Flucht und konnte nun in Altamira in seinem Haus gefasst werden.

Xingu230 - Edição da Tarde (14-09-2017)
Altamira: Taradão volta para o presídio de Altamira

G1.Globo.com, 13.9.2017
Regivaldo Galvão, condenado pela morte de Dorothy Stang em 2010, é preso em Altamira
Fazendeiro teve prisão decretada em junho de 2017, após STF entender que ele não deve aguardar julgamento de recurso da sentença de 2010 em liberdade, mas ainda não havia sido localizado.

Mittwoch, 13. September 2017

Gericht entzieht Belo Monte die Installationslizenz

Am 13. September 2017 wurde per Anordnung des regionalen Bundesgerichts in Brasília (TRF1) die Baugenehmigung(Installationslizenz) für Belo Monte entzogen und der sofortige Baustopp für das Kraftwerk verfügt, weil Umweltauflagen wie die Errichtung des Abwassersystem mit Kläranlagen für Altamira sowie die Siedlungsprojekte für die vom Staudamm betroffene Bevölkerung noch immer nicht erfüllt sind.
Bereits bei der Vergabe der Baugenehmigung am 1.6.2011 und der Betriebsgenehmigung am 24.11.2015 wäre die Umsetzung der Bedingungen notwendig gewesen, aber die Umweltbehörde Ibama gewährte sie dennoch, was Einsprüche und Klagen seitens der Staatsanwaltschaft und der Umweltbewegungen zur Folge hatte.

Das Kanalsystem in Altamira ist nicht fertig



Beanstandet wird, dass das Siedlungsprojekt isoliert außerhalb der Stadt gelegen ist und die Häuser sind alle nach gleichen Plänen gemacht sind, obwohl bei der Präsentation des Projekts im Jahr 2012 drei Häusertypen mit 60 qm, 69 qm und 78 qm angeboten wurden. Außerdem ist die Ausführung sehr mangelhaft. Die "Betonwand" lässt sich kratzen, beim Anbohren für die Haken einer Hängematte brechen Löcher aus und in vielen Häusern weisen die Wände bereits Risse und Wasserspuren auf.

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20. DEZEMBER 2014
Siedlungsprojekt Jatoba: finstere Straßen und feuchte Wohnungen

21. SEPTEMBER 2013
Siedlungsprojekt von Norte Energia ist irregulär

Instituto Socioambiental, 19 de Setembro de 2017
Licença de Belo Monte é novamente suspensa
As obras estão paralisadas até que a hidrelétrica regularize as moradias construídas para abrigar as centenas de famílias despejadas em Altamira (PA)

TV-Globo, 15 Set 2017
TRF suspende licença de instalação da Usina de Belo Monte em Altamira no PA

G1.Globo.com, 13.9.2017
TRF suspende licença de instalação de usina de Belo Monte, no Pará
A decisão foi confirmada nesta terça-feira, 13. Norte Energia disse que não foi intimada pela decisão e que tomará medidas recursais cabíveis.

Secretaria de Energia e Mineração, 14/09/2017
Licença de instalação da UHE Belo Monte é suspensa e obra paralisada
Processo que levou à nova determinação refere-se a irregularidades quanto às casas oferecidas aos atingidos pela usina

Canal Energia, 13.9.2017
Licença de instalação da UHE Belo Monte é suspensa e obra paralisada
Processo que levou à nova determinação refere-se a irregularidades quanto às casas oferecidas aos atingidos pela usina 
Segundo o MPF, os problemas com as casas oferecidas aos atingidos começaram antes da construção. Em 2012, alega o órgão, a Norte Energia prometeu três tipos de casas com tamanhos diferentes de acordo com o tamanho da família que fosse deslocada. Mas, em abril de 2013, sem discussão com a população atingida, outro folheto foi distribuído em que a empresa avisou que todas as casas seriam do mesmo tamanho. O folheto, continua, trazia ainda a informação de que as casas seriam feitas em concreto pré-moldado, em vez de alvenaria como havia sido anunciado.
Outro ponto destacado é que a licença de Belo Monte também previa distância máxima de dois quilômetros entre o local de reassentamento e as moradias originais dos atingidos, o que o próprio Ibama reconheceu que não foi respeitado. “Com isso, os atingidos ficaram excessivamente distantes de locais de trabalho e estudo e sem opções para se locomover, já que a cidade de Altamira não tem sistema de transporte público”, apontou a nota que acrescenta a informação de que há famílias que já venderam as casas por causa dessa condição. E outros tiveram que sair por causa da fragilidade das construções, feitas em concreto pré-moldado.
Em visita a um dos locais de reassentamento foram constatadas rachaduras e buracos nas casas, alguns provocados pelo simples ato de tentar instalar, com uma furadeira, uma escápula para uma rede. As construções, além da frustrarem a expectativa dos atingidos, violavam o Código de Obras do município de Altamira. E ainda, ao invés de de exigir a solução dos problemas, a prefeitura da cidade enviou um projeto – e a Câmara de Vereadores aprovou – onde altera o código para adequá-lo aos projetos da Norte Energia. Para o MPF, a mudança operada com rapidez pela prefeitura e vereadores é inconstitucional.

Blog-Archiv:

20. DEZEMBER 2014
Siedlungsprojekt Jatoba: finstere Straßen und feuchte Wohnungen

21. SEPTEMBER 2013
Siedlungsprojekt von Norte Energia ist irregulär

Mittwoch, 6. September 2017

State Grid darf mit Bau der Stromtrasse Belo Monte beginnen


Plattform Belo Monte - Präsident Temer unterzeichnete mit der chinesischen Regierung 14 internationale Abkommen, zu denen auch die Phase-2-Lizenzierung der Stromtrasse von Belo Monte in den Südosten Brasiliens gehört. Beim Treffen am 2.9. mit 300 Unternehmern hob die brasilianische Vertretung die von Ibama kürzlich erteilte Umweltlizenz hervor, die den Bau der Überlandleitung durch die chinesische State Grid Holding ermöglicht.
Mit 2.518 km wird es das größte Stromnetz Brasiliens werden. Die State Grid Holding hatte am 17.7.2015 den Zuschlag für die 2. Stromtrasse von Belo Monte und am 23. Februar 2017 die Lizenz für Machbarkeitsstudien erhalten. Die neue Lizenz für den Baubeginn wurde vom brasilianischen Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen (Ibama) am 18. August 2017 erteilt.


amerika21, 6.9.2017
Brasiliens De-facto-Präsident Temer auf Staatsbesuch in China
Von Jan Marinko
Peking. Vor dem 9. Gipfeltreffen der Brics-Staaten, das vom 3. bis 5. September im chinesischen Xiamen stattfindet, ist Brasiliens De-facto-Präsident Michel Temer am vergangenen Freitag zu einem Staatsbesuch und Treffen mit Investoren in Peking eingetroffen.

Temer und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping unterzeichneten 14 Verträge über staatliche Vereinbarungen und private Partnerschaften mit dem Ziel, die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden sogenannten Schwellenländer zu stärken. Bei dem Treffen präsentierte er den chinesischen Behörden und Geschäftsleuten ein Paket von Konzessionen und Privatisierungen des kürzlich verabschiedeten Investitionspartnerschaftsabkommens (PPI), das den Verkauf von Flughäfen, Häfen, Autobahnen und Übertragungsleitungen sowie eines Teils des brasilianischen Energieunternehmens Eletrobras ermöglicht.

Zu den konkreten Vereinbarungen zählen neben Visaerleichterungen für Bürger der beiden Länder unter anderem die Zusammenarbeit im Film- und Elektroniksektor, die Lizenzierung der zweiten Phase des Staudamms Belo Monte, die Finanzierung für den Bau des privaten Hafenterminals von São Luís und ein Abkommen über die sportliche Zusammenarbeit zwischen dem Brasilianischen Fußballbund (CBF) und dem chinesischen Fußballverband (CFA).

Laut dem Nachrichtenkanal des Präsidialamtes, Portal Planalto, wurde auch eine Rahmenvereinbarung zwischen der Brasilianischen Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (BNDES) und der chinesischen Versicherungsgesellschaft Sinosure unterzeichnet, um Chinas Investoren in Brasilien Garantien geben zu können.

China ist seit 2009 der größte Handelspartner Brasiliens. Im Jahr 2016 erreichte der bilaterale Handel 58,5 Milliarden US-Dollar, wobei die Ausfuhren Brasiliens nach China insgesamt 35,13 Milliarden Dollar mit einem brasilianischen Überschuss von 11,76 Milliarden Dollar betrugen. In diesem Jahr importierte das asiatische Land 25 Prozent der gesamten brasilianischen Exporte. Im vergangenen Jahr war China der drittgrößte Investor in Brasilien, hinter den USA und der Schweiz mit Investitionen in strategische Sektoren wie Infrastruktur und Energie.




G1.Globo.com, 1.9.2017
Temer assina 14 acordos em encontro com presidente da China em Pequim
Presidente brasileiro foi recebido por Xi Jinping no Grande Palácio do Povo. Entre as parcerias internacionais fechadas com o governo chinês está licenciamento da fase 2 da usina de Belo Monte.
Veja alguns dos acordos fechados entre Brasil e China:

  • Acordos para facilitação de vistos de turismo e de negócios entre os dois países
  • Parceria para coprodução cinematográfica entre Brasil e China
  • Memorando de entendimento sobre comércio eletrônico
  • Licenciamento da Fase 2 da Usina de Belo Monte
  • Memorando de entendimento entre a Confederação Brasileira de Futebol (CBF) e a Associação Chinesa de Futebol (CFA) sobre cooperação no esporte
  • Acordo-quadro entre o Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES) e a Sinosure para prestação de garantias a investidores chineses no Brasil
  • Contrato de Financiamento da China Communication and Construction Company (CCCC) para Construção do Terminal de Uso Privado no Porto de São Luís


Estadão, 31.8.2017
Temer e presidente da China farão anúncios que vão de futebol a aviões, cinema e vistos
Expectativa é que Brasil anuncie a venda de 20 aeronaves para uma empresa aérea chinesa, cujo valor deve chegar a US$ 1,5 bilhão

Neste sábado, 2, o presidente brasileiro voltará a falar ao setor privado, num seminário empresarial que reunirá 300 participantes e no qual serão anunciados acordos entre empresas dos dois países. A administração brasileira se valerá da reunião de Temer com Xi para destacar a concessão de licença ambiental que permitirá o início das obras da linha de transmissão que a chinesa State Grid construirá entre a Usina Belo Monte, no Pará, e a Região Sudeste.

Com 2.518 quilômetros de extensão, será a maior do País. A empresa havia obtido a licença prévia em fevereiro, que permitia a realização de estudos de viabilidade, mas não o início da construção. A nova licença foi concedida pelo Instituto Brasileiro do Meio Ambiente e dos Recursos Naturais Renováveis (Ibama) no dia 18 e divulgada num curto comunicado.

O Globo, 18.8.2017
Ibama autoriza início das obras de linhão de energia entre Belo Monte e Rio
O Instituto Brasileiro do Meio Ambiente e Recursos Naturais Renováveis (Ibama) emitiu a licença ambiental que autoriza o início das obras da linha de transmissão que vai se estender por 2,5 mil quilômetros e ligar a usina hidrelétrica de Belo Monte, no Pará, ao Rio.
Segundo o Ibama, a licença foi assinada no dia 10 e informada pelo órgão ambiental nesta sexta-feira. A linha de transmissão que começará a ser erguida será a mais extensa do país e cortará 78 cidades de cinco estados.

O Estado de S.Paulo, 24.2.2017
Ibama libera licença ambiental para segunda linha de transmissão de Belo Monte
Projeto de 2.518 quilômetros vai distribuir a energia retirada do Rio Xingu, no Pará, para a região Sudeste do País.
A licença prévia não autoriza o início das obras, limitando-se apenas a comprovar a viabilidade ambiental do projeto. Para que possa começar efetivamente a construção, a concessionária Xingu Rio Transmissora de Energia (XRTE), que pertence à chinesa State Grid, dona do projeto, precisa cumprir uma série de condicionantes e, a partir daí, obter sua licença de instalação, que também é dada pelo órgão ambiental.