Samstag, 24. Juni 2017

Staudämme am Rio Tapajós bedrohen Indigene


Spektrum.de, 22.6.2017
Amazonien wird verdammt
Etliche neue Staudämme und breite Straßen - das bedroht den brasilianischen Fluss Tapajós. Mit in Gefahr: das Volk der Munduruku. Wie steht es um das Projekt?

Montag, 29. Mai 2017

Glyphosatzulassung: Behörden übersahen acht Tumorbefunde

science.ORF.at, 29.5.2017
Forscher fand acht „übersehene“ Krebsbefunde
Ist Glyphosat krebserregend? Ein Teil der Antwort liegt in Studien der Hersteller des Unkrautvernichtungsmittels, die nun ein Krebsforscher genauer untersucht hat: Er hat acht Tumorbefunde in Tierstudien gefunden, die von den Behörden bisher nicht berücksichtigt worden sind.

Damit wäre man bei 21 signifikanten Befunden - anstelle von anfangs vier. Der Krebsforscher Christopher Portier hat sich deshalb in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gewandt.

Zulassungsverlängerung geplant

Erst vor rund zwei Wochen wurde publik, dass die EU-Kommission eine Zulassungsverlängerung von Glyphosat für zehn Jahre plant. Die nun von Portier, dem Ex-Direktor des US National Toxicology Program, angeführten acht „übersehenen“ Befunde sind deshalb interessant, da sie im Zulassungsantrag der Glyphosate Task Force (Zusammenschluss von 25 Glyphosat-Herstellern, Anmerkung) nicht offen gelegt worden sind, aber in den ebenfalls eingereichten Originalstudien dokumentiert wurden.
Der Wissenschaftler konnte deswegen Einsicht in die Studien nehmen, da diese aufgrund eines Antrags der Grünen im Europaparlament teilweise offengelegt wurden.

Widersprüchliche Behörden

Portier weist in dem Brief darauf hin, dass die EU-Behörden bereits 2015 durch einen Bericht der WHO-Krebsagentur darauf aufmerksam gemacht wurden, dass die Angaben der Industrie über ihre Krebsstudien nicht korrekt waren. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) musste seine Auswertung daraufhin evaluieren. Das führte dazu, dass das BfR im August 2015 in seinem Anhang 13 signifikante Befunde anstelle von ursprünglich nur vier statistisch signifikanten Krebsbefunden anführte.
Der Grund weshalb das BfR ursprünglich nur vier Studien als signifikant erkannt hatte: Die Behörde hatte „auf die statistischen Auswertungen in den Herstellerstudien vertraut“, wie das Institut in seinem Anhang dann zugab. Dabei stufte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine krebserregende Gefahr des häufig eingesetzten und umstrittenen Pestizids als „unwahrscheinlich“ ein - wiederum aufgrund einer Analyse des BfR.

Neue Befunde sollten berücksichtigt werden

Die EFSA hatte im März 2017, nachdem der von Global 2000 publizierte Report „Die gekaufte Wissenschaft“ Zweifel an der wissenschaftlichen Unabhängigkeit des EU-Zulassungsverfahrens äußerte, gekontert, man würde „in erster Linie auf die Originalstudien und die darin enthaltenen Rohdaten, die sie selbst überprüfen, vertrauen“, zitierte Portier in seinem Schreiben.
Die nun von ihm an Juncker übermittelten Erkenntnisse widersprechen dieser Aussage im Fall der angesprochenen Krebsstudien.
Portier fordert in seinem Schreiben unter anderem, dass die neuen Tumorbefunde Eingang in die Bewertung von Glyphosat finden und dass die EFSA im Sinne der wissenschaftlichen Transparenz alle Rohdaten öffentlich zugänglich machen sollte.

Sonntag, 21. Mai 2017

Brasilien: Machtkampf droht zu eskalieren

ORF, 20.5.20167
Präsident Temer will nicht gehen
Seit Jahren wird Brasilien, die größte Volkswirtschaft Südamerikas, von einem riesigen Korruptionsskandal erschüttert. Nachdem bereits Ex-Präsidentin Dilma Rousseff über die Verfilzung der Politik mit dem Ölkonzern Petrobras fiel, droht ihrem Nachfolger, Michel Temer, das gleiche Schicksal. Doch Temer, der zuletzt durch Audioaufnahmen noch mehr unter Druck geriet, verweigert sich den immer lauteren Rufen nach Rücktritt. Am Samstag holte er zum Gegenschlag aus.


FAZ, 21.5.2017
Präsident Temer schlägt zurück
In Brasiliens Regierungskrise geht Michel Temer zum Gegenangriff über. An Rücktritt denke er nicht, sagt er. Stattdessen spricht er von manipulierten Beweisen und wirft Gegnern „das perfekte Verbrechen“ vor.


Zeit-Online, 21.5.2017
Michel Temer:
Die letzte Intrige des Vampirs
Korrupt wie kaum ein anderes Land: Brasiliens Präsident Temer ist in Bestechungsskandale verwickelt. Im Volk wächst die Wut und das Vertrauen in die Demokratie sinkt.

Aktualisierung:

ORF, 29.5.2017
Neuer Schachzug von Temer in Brasiliens Korruptionsskandal
Neuer Schachzug im brasilianischen Politdrama: Der durch einen Korruptionsskandal schwer angeschlagene Präsident Michel Temer hat ausgerechnet einen Ex-Richter zum neuen Justizminister ernannt. Zuständig für das Ressort werde der frühere Richter am Wahlgerichtshof, Torquato Jardim, teilte das Präsidialamt gestern (Ortszeit) mit.
Die Ernennung erfolgte wenige Tage vor einem wichtigen Termin an diesem Gericht, der Temer das Amt kosten könnte. Der bisherige Justizminister Osmar Serraglio werde anderswo eingesetzt, hieß es.

Weitere Aktualisierung:

FAZ, 10.6.2017
Urteil in Brasília: Präsident Temer vorerst gerettet
Brasiliens Staatschef Michel Temer bleibt trotz Unregelmäßigkeiten bei seiner letzten Wahlkampagne vorerst im Amt. Der Wahlgerichtshof lehnte am Freitag (Ortszeit) mit 4 zu 3 Richterstimmen eine Verurteilung wegen illegaler Finanzierung des Wahlkampfes 2014 knapp ab.
Ein Schuldspruch hätte den Präsidenten des von zahlreichen Korruptionsskandalen erschütterten Landes das Amt gekostet.

Bischof Erwin Kräutler bei der Kolping-Bildungskonferenz


Kolping setzt neue Schwerpunkte im Bereich Nachhaltigkeit
Bildungskonferenz des Sozialverbandes in Innsbruck mit Bischof Kräutler und Ex-EU-Kommisar Fischler - Kolping-Präsidentin Leopold: Bemühen um "stete soziale Wachsamkeit"

Innsbruck, 21.05.2017 (KAP) Kolping-Österreich will sich künftig verstärkt dem Engagement gegen Armut, Ungleichheit und Umweltzerstörung widmen, wie es etwa Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si" oder die Vereinten Nationen mit ihren 17 aktuellen Entwicklungszielen propagieren. Rund 200 Teilnehmer berieten in Innsbruck im Rahmen der Kolping-Bildungskonferenz, wie eine zukunftsfähige Gestaltung der Gesellschaft und eine schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen möglich sein können. Prominenteste Teilnehmer waren der austro-brsilianische Bischof Erwin Kräutler und Ex-EU-Kommisar Franz Fischler. Die Konferenz ging Sonntagmittag zu Ende.

Kolping-Österreich-Präsidentin Christine Leopold betonte in ihren Grußworten die Grundüberzeugung von Kolping, sich den jeweiligen zeitlichen Herausforderungen zu stellen. Was Kolping auszeichnen müsse, sei die "stete soziale Wachsamkeit", so Leopold.

Franz Fischler, Präsident des "Europäischen Forums Alpbach" und ehemaliger EU-Kommissar für Landwirtschaft, hielt in seinem Impulsvortrag eine rasche Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und eine Mäßigung des Lebensstils für unumgänglich. Dabei gehe es allerdings nicht nur um Verzicht. Wohlstand sei auch weiterhin durchaus möglich, "aber auf nachhaltigere Weise und mit weniger Kollateralschäden". Dazu notwendig seien vor allem wesentlich mehr Bildung und Forschung, wie Fischler sagte. Er ermutigte die Mitglieder von Kolping, sich in ihrer Arbeit der Thematik verstärkt anzunehmen.

Bischof Kräutler rief zu einem fundamentalen Perspektivenwechsel auf, weg von einem Individualismus hin zu Solidarität. "Statt der Frage 'Was bringt es mir' muss die Frage lauten 'Was bringt es uns allen'", so Kräutler wörtlich. Gott habe dem Menschen aufgetragen, die Erde zu kultivieren und zu bewahren, nicht auszubeuten, betonte der Bischof unter Verwies auf die Heilige Schrift. Kräutler stand im Rahmen der Konferenz auch einem Gottesdienst in der Pfarre Pfarrkirche Allerheiligen vor.

Ausgehend von den Impulsen Fischlers und Kräutlers diskutierten die Teilnehmer in Workshops Möglichkeiten der konkreten Umsetzung, etwa in den Bereichen Mobilität, erneuerbare Energie am Arbeitsplatz und in den eigenen vier Wänden oder die Produktion und den Konsum "fairer" Nahrungsmittel.

2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals (SDGs)), die bis 2030 anberaumt sind. Die 17 SDGs gehen über die bisherige Entwicklungspolitik hinaus und bilden Leitlinien für nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene. An erster Stelle steht weiterhin die Überwindung von Armut und Hunger. Ebenso bleiben Gesundheit, Bildung und der Schutz von Lebensgrundlagen auf der Agenda. Allerdings kommen auch gesellschaftspolitische Ziele wie Gleichheit der Geschlechter, eine gerechte Steuerpolitik, die Verringerung der Ungleichheit zwischen Staaten oder der Zugang zu Rechtshilfe und inklusive Institutionen hinzu.

Das von Adolph Kolping gegründete Kolpingwerk ist heute in über 60 Ländern der Erde mit rund 500.000 Mitgliedern vertreten. Schwerpunkte der Arbeit bilden die traditionellen "Kolpinghäuser", die in Österreich über 6.000 Wohnplätze für Lehrlinge, Schüler und Studenten bieten, ebenso aber auch Sozialeinrichtungen, die alleinerziehenden Müttern, kranken, älteren oder pflegebedürftigen Menschen, von Gewalt betroffenen Frauen oder Menschen mit Behinderungen "Hilfe zur Selbsthilfe" bieten. Der Sozialverband ist inzwischen in 20 Ländern Europas mit insgesamt rund 330.000 Mitgliedern vertreten und hat beim Europarat Beobachterstatus.



Bildungskonferenz von Kolping Österreich
Siehe "Impulsreferate"





OTS, 22. Mai 2017
Nachhaltig und enkeltauglich
Kolping Österreich stellt die Weichen für eine zukunftsfähige Gestaltung unserer Gesellschaft.

Wien (OTS) - Mit einem klaren Bekenntnis zum Einsatz für einen nachhaltigen Lebensstil endete die heurige Bildungskonferenz von Kolping Österreich. An die zweihundert TeilnehmerInnen und Gäste hatten sich von 19. bis 21. Mai im Kolpinghaus Innsbruck versammelt, um gemeinsam Möglichkeiten zu erkunden, die „Globalen Nachhaltigkeitsziele“ (SDGs) der Vereinten Nationen im Bereich des Kolpingverbandes in die Tat umzusetzen, oder, wie es Kolping-Präsidentin Christine Leopold in ihren Eröffnungsworten ausdrückte, „aktiv mitzuwirken an einer guten Zukunft für möglichst alle Menschen auf dieser Erde.“

Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Gottesdienst am Freitagabend mit austro-brasilianischen Bischof Erwin Kräutler, der in seiner Predigt ebenso wie in seinem Impulsvortrag am darauffolgenden Tag zum Schutz „unseres gemeinsamen Hauses, der Erde“ aufrief. Es sei „absolut unmöglich, dass wir ohne unsere Mit-Welt überleben“, so der Bischof, der seit mehr als 50 Jahren in Amazonien tätig ist; angesichts der Wunder der Schöpfung regte er an, die „Fähigkeit zum Staunen“ neu zu erlernen – „wer staunen kann, will nicht beherrschen, sondern bewahren, wie es auch unser Auftrag von Gott her ist.“

In einem zweiten Impulsreferat bezeichnete der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler ein rasches Umdenken und eine Mäßigung des Lebensstils der Menschen in den wohlhabenden Ländern als alternativlos: „So wie bisher kann es nicht weitergehen“, stellte Fischler, der sich seit einigen Jahren als Präsident des „Europäischen Forums Alpbach“ der Förderung der Nachhaltigkeit widmet, fest; aktuell würde die Menschheit jährlich die Ressourcen von eineinhalb, bald von möglicherweise zwei „Erden“ verbrauchen. Bei einer Neuorientierung gehe es aber nicht nur um Verzicht, führte er aus: Wohlstand sei auch weiterhin durchaus möglich, „aber auf nachhaltigere Weise und mit weniger Kollateralschäden“.

Ausgehend von den Impulsen der beiden Hauptreferenten thematisierten die Teilnehmer danach in Workshops mit Experten aus ganz Österreich Möglichkeiten, die Globalen Ziele in konkreten Bereichen zu verwirklichen; dabei wurden Wege sondiert und diskutiert, beispielsweise in den Kolpinghäusern die Energie-Effizienz zu steigern, Mobilität zu vergemeinschaften oder etwa im Bereich der Ernährung nachhaltige Alternativen zu fördern. Die Delegierten wurden dazu ermutigt, ihren ganz persönlichen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit zu erkunden und jene Kraftquellen zu erschließen, die einen dauerhaften und substanziellen Wandel des Lebensstils möglich machen.

Als Abschluss formulierten alle TeilnehmerInnen ihr ganz persönliches „Commitment“ – eine aus freien Stücken gewählte Verpflichtung, die man sich selbst und der Gemeinschaft gegenüber eingeht, um ein Ziel, das man als richtig und wichtig erkannt hat, zu erreichen. Kern-Sätze, die das weitere Engagement der Kolpingleute für eine „enkeltaugliche Zukunft“ beflügeln werden.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Brasiliens Präsident Temer schwer belastet

ORF, 18.5.2017
Brasiliens Präsident Temer durch Mitschnitte unter Druck

Einem Bericht zufolge wird Brasiliens Präsident Michel Temer durch Tonbandaufnahmen des Versuchs überführt, einen Mitwisser in einem Korruptionsskandal zum Schweigen zu bringen. Die linke Arbeiterpartei forderte deshalb Temers sofortigen Rücktritt und Neuwahlen, eine Kongresssitzung wurde nach Bekanntwerden der Nachricht gestern Abend in der Hauptstadt Brasilia abgebrochen.

Dort war von einer politischen „Bombe“ die Rede. Nach einem Bericht des Portals O Globo geht es um ein Treffen zwischen Temer und Unternehmern, gegen deren Fleischkonzern JBS ermittelt wird. Temer soll grünes Licht gegeben haben, den inhaftierten früheren Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha mit einer Geldzahlung zum Schweigen zu bringen.

Aufnahmen eines Geldkoffers
Der bestens vernetzte Cunha war früher ein Verbündeter Temers und droht auszupacken. Später wurde laut O Globo der Abgeordnete Rodrigo Rocha Loures von Temers Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) dabei gefilmt, wie er einen Geldkoffer mit 500.000 Reais (146.000 Euro) entgegennahm. Das Geld soll von dem an dem Gespräch mit Temer beteiligten Unternehmer Joesley Batista stammen, hieß es.

Dieser soll aber das Gespräch mit Temer aufgezeichnet haben - Batista machte nun entsprechende Aussagen bei der Generalstaatsanwaltschaft. Cunha hatte für Temer das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff auf den Weg gebracht, war dann über in der Schweiz aufgetauchte Millionenkonten gestolpert und fühlt sich von Temer heute im Stich gelassen. Vergangenen Herbst wurde Cunha verhaftet.


Zeit-Online, 18.5.2017
Präsident Temer soll Schmiergeldzahlungen gebilligt haben
Im brasilianischen Petrobras-Skandal belasten Tonaufnahmen Präsident Temer. Er soll der Zahlung von Schweigegeld an einen früheren Vertrauten zugestimmt haben.

Deutsche Welle, 18.5.2017
Korruptionsskandal Brasilien: Präsident Temer schwer belastet
In Brasilien ist von einer "Atombombe" die Rede, "die über dem Land explodiert": Tonbandaufnahmen sollen belegen, dass auch Präsident Michel Temer in den größten Korruptionsskandal des Landes verstrickt ist

G1 O Globo, 17.5.2017
Dono da JBS gravou Temer dando aval para comprar silêncio de Cunha, diz jornal
Planalto nega que presidente tenha solicitado pagamentos. Segundo o colunista Lauro Jardim, de 'O Globo', informação faz parte do conteúdo da delação dos irmãos Joesley e Wesley Batista. Depoimentos também citam Aécio Neves e Guido Mantega.

Montag, 8. Mai 2017

Bischof Kräutler bei "Guten Morgen Österreich"


Guten Morgen Österreich am 8.5.2017
Bischof Erwin Kräutler, der wohl berühmteste Koblacher, bekamt für seinen Einsatz in Brasilien den Alternativen Nobelpreis. In "Guten Morgen Österreich" spricht er über seine Arbeit.

Bischof Erwin Kräutler im Porträt
 01:56 Min

Talk mit Bischof Erwin Kräutler
Bischof Erwin Kräutler, der wohl berühmteste Koblacher, bekamt für seinen Einsatz in Brasilien den Alternativen Nobelpreis.
Teil 1  02:42 Min
Teil 2  02:26 Min

Donnerstag, 4. Mai 2017

Konflikte um Land in Brasilien eskalieren

ORF, 2.5.2017
Aufweichung des staatlichen Schutzes
Seit Wochen nehmen im Kampf um Land und Anbauflächen die Attacken auf indigene Gemeinden in Brasilien zu: Im Nordosten des Landes wurden im Bundesstaat Maranhao 13 Mitglieder des Gamela-Volkes zum Teil schwer verletzt, wie lokale Medien am Montag (Ortszeit) berichteten. Einem seien die Hände abgetrennt worden, andere wurden von Schüssen getroffen.

Blickpunkt-Lateinamerika, 4.5.2017
Landkonflikte eskalieren
Ein besonders brutaler Überfall auf die indigene Gemeinde der Gemala im brasilianischen Bundesstaat Maranhao hat zu Beginn des Monats die Öffentlichkeit erschüttert. Internationalen Medienberichten zufolge hat eine Gruppe von Bauern und Landbesitzern eine Siedlung der Gemala angegriffen. Mindestens ein Dutzend Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Sie erlitten Schusswunden und Verletzungen durch Messerattacken. Zwei von ihnen wurden die Hände mit Macheten abgehackt.

Shortnews.de, 3.5.2017
Brasilien: Holzfäller und Farmer hacken Ureinwohnern Hände ab
In Brasilien haben Holzfäller und Farmer Ureinwohner der Gamela-Gemeinschaft brutal attackiert.
Zwei Männern wurden die Hände abgehackt, fünf weitere seien durch Schüsse verletzt worden. Zu der Eskalation kam es als die Ureinwohner die Gegend im Nordosten des Landes besetzten, weil die rechtskonservative Regierung ihre Forderungen nicht anhörte.
Illegale Banden plündern das Land immer wieder, um tropische Hölzer für den Export nach Europa zu schlagen: Für die Regierung ist das Geschäft lukrativ.

gfbv.de, 4.5.2017
Nach blutigem Angriff auf indigene Gamela in Amazonien schwere Vorwürfe gegen brasilianische Regierung:
Schutz für Ureinwohner wurde aufgeweicht

Täter müssen jetzt zur Rechenschaft gezogen werden (Pressemitteilung)


CIMI, 6.5.2017
Feridos e hospitalizados chegam a 22 depois de ataque a indígenas Gamela no Maranhão
Apuração realizada durante esta semana revelou que o número de feridos entre o povo Gamela, atacado no último dia 30 em uma área retomada no Povoado das Baías, município de Viana (MA), é ainda maior: 17 Gamela sofreram algum tipo de ferimento - entre estes indígenas, duas crianças e um pré-adolescente. Somados aos cinco baleados, chega a 22. O dado anterior a esta verificação dava conta de 13, sem os cinco Gamela feridos a tiros - três seguem internados no Hospital Central, em São Luís.

g1.globo.com, 1.5.2017
Área de ataque no Maranhão é disputada por índios e fazendeiros
Integrantes da etnia Gamela buscam desde 2013 retomar área hoje ocupada por fazendas e sítios. Entidades alegam que área foi doada no Império e; depois, grilada.

g1.globo.com, 2.5.2017
Índio ferido em ataque não teve mão decepada, diz diretor de hospital
Segundo Newton Gripp, ele apresenta lesões profundas nas mãos após conflito no domingo (30). OAB, Cimi e Pastoral da Terra seguem afirmando que índio teve mão decepada.

CPT, 1.5.2017
Povo Gamela sofre ataque premeditado de fazendeiros contra suas vidas e lutas
A Comissão Pastoral da Terra Regional Maranhão (CPT-MA) vem a público denunciar mais um ato brutal de violência contra a vida dos povos da terra, que desta vez atinge os indígenas Gamela, organizado em seu território no Povoado de Bahias, município de Viana, Maranhão.

Carta Capital, 2.5.2017
No Maranhão, barbárie contra os índios Gamela
Antes do ataque, o deputado federal Aluísio Guimarães Mendes Filho chamou o povo de "pseudoindígenas"

UNILAB, 5.5.2017
Nota de repúdio ao etnocídio do Povo Gamela (MA)
Os diversos grupos de pesquisa da Universidade da Integração Internacional da Lusofonia Afro-Brasileira (Unilab/CE) e seus parceiros, que subscrevem a presente nota, tornam público veemente repúdio aos atos de violência contra os povos indígenas no Brasil, em particular ao massacre etnocida contra o povo Gamela, no município de Viana, estado do Maranhão, ocorrido no último domingo, dia 30/04.

MPF, 5.5.2017
MPF/MA pediu demarcação de terras do povo Gamela em 2016
MPF entendeu que os elementos apresentados pela comunidade indígena indicavam que eles tinham direito à demarcação de seu território

Montag, 1. Mai 2017

Erwin Kräutler: "Franziskus hat Amazonien besonders ins Herz geschlossen"

Bischof em. Erwin Kräutler nahm an der 55. Generalversammlung der Brasilianischen Bischofskonferenz teil und referierte über die Evangelisierung Amazoniens, über die Herausforderungen, die damit verbunden sind sowie über die Wertschätzung der auf diesem Gebiet vollbrachten Leistungen durch Papst Franziskus.
"Schon Papst Paul VI. sagte in den 1970-iger Jahren, dass 'Christus auf Amazonien hinweist'. Aber keiner der letzten Päpste hat Amazonien so ins Herz geschlossen wie Franziskus. Amazonien ist für ihn, um es deutlicher zu sagen, eine Orientierung, eine Herausforderung und ein Anspruch", sagte Dom Erwin.

CNBB, 1.5.2017
“Nenhum papa colocou a Amazônia tanto no coração”, afirma dom Erwin sobre Francisco
O prelado recordou em sua participação na entrevista coletiva da 55ª Assembleia Geral da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB) o chamado à evangelização da Amazônia, os desafios e exigências relacionados à área e ressaltou o apreço do papa Francisco pelo trabalho que ali deve ser desenvolvido.
“O papa Paulo VI, já nos anos 1970, disse que ‘Cristo aponta para a Amazônia’. Mas nenhum dos papas recentes colocou a Amazônia tanto no coração como o papa Francisco. A Amazônia é para ele, por assim dizer, uma orientação, um desafio e uma exigência”, disse o bispo.

Freitag, 28. April 2017

Norte Energie zahlt hohe Strafen wegen Nichterfüllung der Umweltauflagen


Norte Energie hatte im November 2015 die Betriebsgenehmigung (LO Nº 1317/2015) für das Kraftwerk Belo Monte erhalten, obwohl verschiedene Sozial- und Umweltauflagen nicht erfüllt waren. Deren Umsetzung wurde eingefordert, IBAMA hatte in diesem Zusammenhang 37 Kontrollen bis April 2017 durchgeführt und verfügte nun aufgrund der Säumigkeit in sechs Fällen hohe Bußgelder gegen das Betreiberkonsortium Norte Energia.

Das höchste Bußgeld in der Höhe von R$ 7,5 Mio (ca. € 2,2 Mio) bekam Norte Energia für die Nichterfüllung der Bedingung 2.11, die die Anbindung von Haushalten sowie der Rinnsale in Altamira an das öffentliche Kanalnetz mit Frist 30. September 2016 vorsah. Für die restlichen fünf Fälle sind täglich insgesamt ca. R$ 810.000.- (ca. € 233.000.-) fällig.

Die höchste Tagesstrafe von R$ 501.050.- bezieht sich auf die Nichterfüllung der Bedingung 2.6, in der neue Siedlungsprojekte und Entschädigungen für die von der Flutung betroffene Bevölkerung des Viertels Jardim Independente II mit Frist Oktober 2016 vorgesehen sind.

Weil Installationen für die Reinigung der Kläranlagen fehlen, wurde die Tagesstrafe von R$ 251.050.- verhängt.

Zwei weitere Tagesstrafen erfolgten wegen fehlender technischer Assistenz der Fischer sowie der Weigerung von Norte Energie, die vom Staudamm betroffenen Bewohner des Viertels Jardim Independente I zu registrieren.

Der jüngste Strafbescheid erfolgte am 26. April 2017 und fordert täglich R$ 50.050.- für fehlende Nachzahlungen für Unterhalt und Miete an betroffene Familien während der Zeit der Umsiedlung.

Außerdem wurde Norte Energie zuvor schon 27 Mal von IBAMA für andere Vergehen bestraft, was summiert R$ 76.183.605,60 ausmacht.

IBAMA, 27 de Abril de 2017
Norte Energia é autuada em R$ 7,5 milhões e recebe multas diárias de R$ 810 mil por descumprir exigências do licenciamento de Belo Monte
Brasília (27/04/2017) – Após vistorias realizadas nos últimos meses, o Ibama decidiu aplicar seis multas à Norte Energia, empresa responsável pela construção e operação da hidrelétrica de Belo Monte, no Rio Xingu (PA), em razão do descumprimento intencional de exigências do Licenciamento Ambiental Federal.
A maior autuação, no valor de R$ 7,5 milhões, ocorreu em razão do descumprimento da condicionante 2.11 da Licença de Operação (LO) n° 1317/2015, que determinava a realização das ligações domiciliares à rede de esgoto da área urbana de Altamira (PA) até 30 de setembro de 2016. Somadas, as outras cinco autuações determinam o pagamento de cerca de R$ 810 mil por dia até que as exigências feitas pelo Ibama sejam cumpridas.
A mais elevada das multas diárias (R$ 501.050,00) está relacionada ao descumprimento da condicionante 2.6, que exigia a realização, até outubro de 2016, das obras de urbanização e da relocação ou indenização dos moradores do Bairro Jardim Independente II atingidos pelo enchimento do reservatório da usina.

Portal Amazônia, 28.4.2017
Concessionária de Belo Monte é multada em mais de R$ 7,5 milhões pelo Ibama
Norte Energia já havia sido multada outras 27 vezes pelo Ibama; autos de infração somam R$ 76.183.605,60

Donnerstag, 27. April 2017

Baustopp S7: mangelhafte Umweltverträglichkeitsprüfung


Kleine Zeitung, 21. April 2017
So erreichten Straßengegner wieder einen Baustopp
Aus dem geplanten Baubeginn für die Fürstenfelder Schnellstraße S 7 wird heuer wieder nichts. Der Verwaltungsgerichtshof kippte nun den Wasserrechtsbescheid für die Schnellstraße.
In diesen Wochen wollte die Asfinag die Baustraßen für die Errichtung des Westteils der Schnellstraße S 7 von Riegersdorf nach Dobersdorf einrichten. Rechtlich schien der Bau weitgehend durchgefochten, noch offene Beschwerden gegen die Umweltverträglichkeitsprüfung hatten keine aufschiebende Wirkung.
Dennoch ist den Gegnern der Schnellstraße zwischen der A 2 und der ungarischen Grenze nun wieder ein Etappensieg gelungen. Nach drei Jahren Verfahrensdauer hat der Verwaltungsgerichtshof einer Revision gegen den Wasserrechtsbescheid stattgegeben. Dieser beruhte nämlich auf dem alten Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren, das 2012 aufgehoben worden war.
"Das ist für uns umso mehr ein Erfolg, weil die Politik unheimlich Druck gemacht hat", sagt Johann Raunikar, der Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Bau der S 7. Die Entscheidung bedeutet nun einen neuerlichen Baustopp.

Asfinag hält am Projekt fest
Ein möglicher Baubeginn rückt damit ins nächste Jahr hinein. "Aber wir halten auf jedem Fall am Projekt fest, alle anderen Bescheide sind rechtskräftig", erklärt Alexander Walcher, Geschäftsführer des Asfinag-Baumanagements. Er bedauert, dass die Gegner immer wieder nach formalrechtlichen Angriffsflächen zur Verzögerung suchten.


ORF, 5.5.2017
Baustopp S7: Baubeginn verzögert sich
Mit dem Bau der Schnellstraße S7 kann heuer nicht mehr begonnen werden. Erneute Verzögerungen - der Verwaltungsgerichtshof kippte den Wasserrechtsbescheid - sorgen in der Region für Kritik.


Neon, 27.4.2017
Der Süden wird wieder mal ausgebremst: Baustopp S7
Die Gründe sind äußerst fadenscheinig: Zum einen war die Kundmachung für die wasserrechtliche Verhandlung im Jahr 2010 nicht – wie gesetzlich vorgeschrieben – in weit verbreiteten Tageszeitungen bekanntgemacht worden.
Zum anderen hätte die erstinstanzliche Genehmigung nicht erteilt werden dürfen, bevor die Umweltverträglichkeitsprüfung nicht abgeschlossen war.

Samstag, 1. April 2017

Ist Murkraftwerk am Ende unrentabel?


steiermark.orf.at, 31.3.2017
Murkraftwerk: Wien Energie zieht sich zurück
Die Wien Energie wird doch nicht beim Grazer Murkraftwerk einsteigen. Weil sich die Beteiligung durch den Einstieg des Verbunds geändert hat, zieht man sich vollständig zurück. Kritiker fühlen sich bestätigt.

Beim umstrittenen Murkraftwerk gab es bei den möglichen Projektpartnern mehrfache Änderungen: Der ursprüngliche Partner Verbund stieg aus und dann wieder ein, die Wien Energie war mit einer 50-Prozent-Beteiligung im Gespräch - mehr dazu in Kraftwerk Puntigam: Verbund zieht sich zurück (8.3.2016) und Verbund steigt wieder bei Murkraftwerk ein (16.2.2017) sowie Murkraftwerk: Energie Wien zögert (3.11.2016).

Jetzt steht fest, dass sich die Wien Energie gar nicht beteiligen wird. Laut dem Sprecher der Energie Steiermark, Urs Harnik-Lauris, sind nach dem Einstieg des Verbunds mit 12,5 Prozent mit der Option auf bis zu 25 Prozent nur noch weniger als 25 Prozent für die Wien Energie übrig geblieben, da man die Mehrheit in der Steiermark halten wolle.

Nur noch 24 Prozent Anteile verfügbar
„Da ein anderer Wiener Energiekonzern schneller mit seinen Entscheidungen war, können wir dem in den vergangenen Monaten artikulierten Wunsch der Wien Energie nach einer Beteiligung im Ausmaß von 50 Prozent leider nicht mehr entsprechen und mussten die in den vergangenen Monaten geführten, konstruktiven Verhandlungsgespräche beenden“, so Harnik-Lauris am Freitag. „Die Türen für den Einstieg eines weiteren Partners mit einem Prozentanteil von bis zu 24 Prozent ist grundsätzlich offen, wir haben angesichts der attraktiven Rentabilität jedoch keine zwingende Erfordernis.“

KPÖ sieht zu hohe Renditeerwartung bestätigt
Die steirischen Kommunisten sowie die Grazer Grünen wollten am Freitag an der Absage der Wien Energie eine überhöhte Berechnung der zu erwartenden Rendite erkennen: „Die Wien Energie glaubt ganz offensichtlich nicht an die kolportierte Rendite von 5,5 Prozent.“ Harnik-Lauris betonte, dass die Rendite für die Energie Steiermark sehr wohl „deutlich über fünf Prozent“ liegen werde. Für die Grünen bleibe der steirische Stromversorger nun aber auf 75 Prozent der Kosten sitzen, ein potenzieller Investor sei ihnen mit der Wien Energie abhandengekommen.

Grüne fordern Finanzgipfel
Die Umweltsprecherin der Grazer Grünen, Andrea Pavlovec-Meixner, meinte: „Verbund und Energie Graz wären gut beraten, ebenfalls noch einmal nachzurechnen, um finanziellen Schaden von ihren Unternehmen abzuwenden. Was wir als Stadt dringend brauchen, ist ein Finanzgipfel, schließlich werden über den Umweg Zentraler Speicherkanal auch Steuergelder der Grazer in der Mur vergraben.“

Stadt Graz „blühe finanzielles Abenteuer“
„Es sind vor allem die Grazer, die hier zur Kasse gebeten werden“, sagte KPÖ-Gemeinderat Manfred Eber. „Die Belastungen des städtischen Budgets durch diesen finanziellen Hochseilakt werden spürbar sein. Trotzdem ist zu befürchten, dass das Projekt durchgezogen wird, koste es, was es wolle.“ Der Stadt blühe mit der Errichtung des Zentralen Speicherkanals, dem Beiwerk zum Murkraftwerk, ein finanzielles Abenteuer zulasten anderer städtischer Projekte. Auch die Folgekosten für die Stadt seien beachtlich: „Eine halbe Million Euro an Fixkosten jährlich werden für Betrieb und Wartung des Speicherkanals erwartet“, hielt die KPÖ fest.


trend, 31.3.2017
Murkraftwerk: Wien Energie springt ab - Bau nicht rentabel?
Das umstrittene Murkraftwerk soll 80 Millionen Euro kosten und gegen den Willen der Bevölkerung durchgezogen werden. Nun springt der wichtigste Partner der Energie Steiermark ab und löst damit Spekulationen aus, dass sich der Betrieb des Kraftwerks ohnehin nicht rechnet.

Freitag, 31. März 2017

15 Jahre Haft für Brasiliens Ex-Parlamentspräsident Cunha

Deutsche Welle, 30.3.2017
Korruptionsskandal
Ex-Parlamentspräsident in Brasilien verurteilt
Ein Gericht in der südbrasilianischen Stadt Curitiba hat den ehemaligen Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha zu 15 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Cunha soll bei illegalen Geschäften rund um den halbstaatlichen Energieriesen Petrobras rund 1,5 Millionen Dollar Schmiergelder kassiert haben. Mehrere Konten mit Millionenbeträgen wurden in der Schweiz entdeckt. Gegen Cunha stehen noch zwei weitere Prozesse an. Er war im Oktober verhaftet worden, nachdem der Kongress ihm sein Mandat entzogen hatte. Nur deshalb konnte er nun von einem Gericht der ersten Instanz verurteilt werden.

Der Standard, 30. März 2017
15 Jahre Haft für Ex-Parlamentspräsidenten Brasiliens
In dem weitverzweigten Korruptionsskandal in Brasilien ist der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses, Eduardo Cunha, zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Anti-Korruptionsrichter Sergio Moro verkündete die Entscheidung am Donnerstag in Curitiba.


Agência Brasil, 30.3.2017
Moro condena Cunha a 15 anos de prisão por corrupção, lavagem e evasão de divisa

O Globo, 30.3.2017
Eduardo Cunha é condenado a 15 anos de reclusão por três crimes na Lava Jato

Freitag, 24. Februar 2017

ThyssenKrupp verkauft Werk in Brasilien

Welt, 22.2.2017
Das Ende eines milliardenschweren Stahl-Abenteuers
Der Bau zweier Stahlwerke in Übersee hätte Thyssenkrupp fast ruiniert. Nun verkauft der Konzern auch die letzte verbliebene Anlage. Die Aufarbeitung des Desasters wird trotzdem noch Jahre dauern.


Deutsche Welle, 22.2.2017
Thyssenkrupp beendet Amerika-Abenteuer
Der Industriekonzern Thyssenkrupp ist sein verlustträchtiges Stahlwerk in Brasilien endlich los. Der argentinische Ternium-Konzern übernimmt die Stahlhütte CSA für 1,5 Milliarden Euro.

Kooperation Brasilien, 28.2.2017
Aus dem Staub gemacht
Thyssenkrupp verkauft skandalbelastetes Stahlwerk in Rio de Janeiro an argentinischen Stahlkocher Ternium. Damit Rio schließt Thyssenkrupp das verlustreiche Abenteuer Steel Americas, aber die Fischer*innen und Anwohner*innen klagen weiter. Diese Prozesse erbt nun der Käufer.

Thyssenkrupp in Brazil

Samstag, 18. Februar 2017

Oderrecht-Skandal greift auf immer mehr Länder über

Tagesspiegel, 16.2.2017
Der Internationale der Korruption
Nach dem Petrobras-Skandal greift der Odebrecht-Skandal in Brasilien um sich und greift auf immer mehr Länder über. Präsidenten und Regierungschefs stehen im Verdacht.

Die Ausmaße des Skandals sind enorm. Was allein schon daran abzusehen ist, dass in dieser Woche Ermittler aus gleich 15 Staaten Lateinamerikas in Brasilia zusammenkommen. Sie wollen gemeinsam eine Strategie vereinbaren, um die Schmiergeldzahlungen zu untersuchen, die der brasilianische Bauriese Odebrecht über Jahre hinweg an Regierungen sowie Hunderte Funktionäre und Politiker in Lateinamerika gezahlt hat. Odebrecht ist einer der größten Baukonzerne der Welt mit Aktivitäten in 26 Ländern – darunter auch in Deutschland – und rund 130 000 Mitarbeitern.
Das Treffen der Ermittler in Brasilia ist nun das größte, das jemals zur Aufklärung eines internationalen Korruptionsvorgangs stattgefunden hat. Zu den nun betroffenen Ländern gehören unter anderen Argentinien, Venezuela, Peru, die Dominikanische Republik, Panama, Ecuador, Kolumbien und Mexiko. Auch die afrikanischen Staaten Angola und Mosambik stehen auf der Liste.
Odebrecht soll nach bisherigen Ermittlungen rund eine Milliarde Dollar für die Schmiergeldzahlungen aufgewendet haben, es geht um etwa etwa 100 Bauprojekte. Ziel der Zahlungen war es, an die lukrativen Aufträge zu gelangen. Es wird davon ausgegangen, dass die Schmiergelder zwischen 2001 und 2014 flossen.
Brasilianische Ermittler wurden auf das Korruptionsschema aufmerksam, als sie im Zuge der Untersuchungen rund um den brasilianischen Ölgiganten Petrobras auf Odebrecht stießen. Beide Skandale fußen auf dem Investitionsboom im Infrastruktur- und Energiebereich, den Brasilien unter der Arbeiterpartei erlebte. Wie selbstverständlich die Zahlung der Schmiergelder gewesen sein muss, wird daran ersichtlich, dass Odebrecht eine eigene Abteilung zur Abwicklung der schmutzigen Geschäfte unterhielt. Der Fall erinnert damit an den Korruptionsskandal des deutschen Technologiekonzerns Siemens, der 2006 ans Licht kam. Wie Odebrecht führte Siemens extra Konten für Bestechungszahlungen.

Korruption bei Infrastrukturprojekten

Der Fall Odebrecht erhellt nun erneut, wie stark die Korruption in der globalisierten Welt verankert ist, insbesondere wenn es um lukrative Ausschreibungen wie Infrastrukturprojekte geht. Um die illegalen Zahlungen zu verschleiern, wird das unübersichtliche globale Finanzsystem ausgenutzt. Die Odebrecht-Enthüllungen bringen verschiedene amtierende und ehemalige Regierungen in Lateinamerika in Bedrängnis. Kolumbiens aktueller Präsident Manuel Santos, der gerade erst den Friedensnobelpreis für sein Abkommen mit der linken Farc-Guerilla erhalten hat, soll seinen Wahlkampf 2014 mit Odebrecht-Geldern finanziert haben. Er fordert rasche Aufklärung und will von nichts wissen.
In Peru stehen gleich drei ehemalige Präsidenten unter Verdacht. Einer von ihnen, Alejandro Toledo ist flüchtig, er soll 20 Millionen Dollar eingesteckt haben und wird von Interpol gesucht.

Bereits im Dezember haben Odebrecht und seine Petrochemie-Tochter Braskem ein Abkommen mit der US-Justiz geschlossen, Braskem ist an der Wallstreet notiert. Die Unternehmen stimmten zu, 3,5 Milliarden Dollar Strafe für ihre illegalen Machenschaften zu zahlen. Es war die größte Strafsumme, die jemals in einem internationalen Korruptionsfall fällig wurde.
Auch in Brasilien gibt sich die Odebrecht-Spitze kooperationsbereit. Firmenboss Marcelo Odebrecht sitzt seit 2015 im Gefängnis. Er wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt. Neben ihm sind 77 weitere Manager des Konzerns inhaftiert. Sie alle haben im Austausch für Straferleichterungen Kronzeugenaussagen gemacht. Die Aussagen könnten ein politisches Erdbeben auslösen. Denn es ist bereits klar, dass zahlreiche Mitglieder der Regierung von Präsident Michel Temer belastet werden. Philipp Lichterbeck


Die Tagespost, 17.2.2017
Sittengemälde von Gier und Korruption
Nahezu alle lateinamerikanischen Regierungen haben sich vom Baukonzern Odebrecht schmieren lassen und dafür lukrative Aufträge vergeben.

Zeit-Online, 16.2.2017
Internationale Kooperation im Odebrecht-Skandal
Die Schmiergeldaffäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht wird zunehmend zum internationalen Fall. Generalstaatsanwälte aus 15 Ländern beraten sich in Brasilien.

Deutsche Welle, 8.2.2017
Korruptionsvorwürfe gegen Santos
Der Skandal um den Baukonzern Odebrecht in Südamerika zieht immer weitere Kreise. Nun gerät auch Kolumbiens Präsident Santos unter Druck. Er soll von einer dubiosen Millionenhilfe profitiert haben.

Tagesschau, 01.02.2017
Skandal um Odebrecht Der korrupteste Baulöwe Südamerikas
An Odebrecht kommt in Lateinamerika keiner vorbei - er baut WM-Stadien, Flughäfen oder Autobahnen. Doch der Konzern steckt in einem riesigen Korruptionsskandal und könnte auch zahlreiche Politiker mit sich reißen.

Dienstag, 14. Februar 2017

Unrentabel: Teile von Belo Monte zum Verkauf angeboten


Umweltskandal setzt sich im politischen Sumpf fort
Das Megakraftwerk Belo Monte wird jetzt zu dem "Desaster", vor dem Bischof Erwin Kräutler immer gewarnt hat.

Von Josef Bruckmoser / Salzburger Nachrichten, 14.02.2017

Seit 1980 wurde geplant, und seit damals sind die Proteste der indigenen Völker gegen das Megakraftwerk Belo Monte im brasilianischen Amazonasgebiet nie abgerissen. Gemeinsam mit den Indios und führenden Umweltorganisationen hat der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler vor einem "Desaster" gewarnt.

Jetzt ist der Umweltskandal im Sumpf der brasilianischen Kor ruption angekommen. Die Betreiber des Kraftwerks wollen ihre Mehrheitsbeteiligung an dem umstrittenen Projekt verkaufen. Das Zehn-Milliarden-Dollar-Projekt sei nicht lukrativ, zudem seien die Betreiber in einen Korruptionsskandal verwickelt, berichteten brasilianische Medien. Es soll zu massiven Schmiergeldzahlungen gekommen sein. Alle beteiligten Baukonzerne seien in den Skandal um den halbstaatlichen Energieriesen Petrobras verwickelt.

Der Damm war ein Prestigeprojekt der ehemaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva (2003- 2010) und Dilma Rousseff (2011- 2016). Das Kraftwerk sollte bereits vor zwei Jahren komplett ans Netz gehen. Derzeit sind aber nur wenige Turbinen in Betrieb, vor allem wegen des niedrigen Wasserstands des Xingu-Flusses - ein Faktum, auf das die Kritiker immer wieder hingewiesen hatten. Statt der 11.233 Megawatt werden nur rund 4000 Megawatt produziert.

Für die Umweltschützer und Bischof Erwin Kräutler ist es freilich nur ein schwacher Trost, dass sich ihre vielfältigen Bedenken jetzt bestätigen. Die Regierung hofft auf einen chinesischen Investor.


Medien: Umstrittener Staudamm Belo Monte vor Verkauf
Mehrheitseigner wollen Anteile an dem umstrittenen Projekt verkaufen, da es nicht wirtschaftlich lukrativ sei

Kathpress, 12.02.2017
Die Betreiber des Staudamms Belo Monte im Amazonas-Urwald wollen laut Medienberichten ihre Mehrheitsbeteiligung an dem umstrittenen Projekt verkaufen. Das Zehn-Milliarden-Dollar-Projekt sei nicht lukrativ, zudem seien die Betreiber in einen Korruptionsskandal verwickelt, berichteten örtliche Medien am Samstag. Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler, der jahrelang gegen das Projekt gekämpft hatte, bezeichnete es zuletzt als "desaströs".

Die Betreiber halten 50,02 Prozent an dem drittgrößten Staudamm der Welt. Die Zentralregierung, die nur einen Minderheitenanteil hält, mische sich jedoch derart in das Tagesgeschäft ein, dass ein gewinnorientierter Betrieb nicht möglich sei, heißt es in den Medienberichten. Der Damm war ein Prestigeprojekt der ehemaligen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva (2003-2010) und Dilma Rousseff (2011-2016). Gegen Bedenken von Umweltschützern und Kirchenvertretern hatten sie das Projekt vorangetrieben.

Dabei soll es auch zu massiven Schmiergeldzahlungen gekommen sein. Alle am Bau des Dammes beteiligten Baukonzerne sind in den Skandal um den halbstaatlichen Energieriesen Petrobras verwickelt. Nach Medienberichten stehen die Ermittler kurz vor neuen Enthüllungen rund um den Bau von Belo Monte.

Der Damm sollte eigentlich bereits vor zwei Jahren komplett ans Netz gehen. Derzeit sind jedoch nur wenige Turbinen in Betrieb, was auch an dem niedrigen Wasserstand des Xingu-Flusses liegt. Umweltschützer hatten vor einem Eingriff in das empfindliche Ökosystem des Flusses gewarnt. Statt der maximalen Kapazität von 11.233 Megawatt würden derzeit nur rund 4.000 Megawatt produziert.

Die Arbeiten dürften nach neuen Schätzungen erst 2019 komplett fertiggestellt werden. Schon jetzt ist das Projekt doppelt so teuer wie ursprünglich geplant. Zudem hat es zu sozialen Verwerfungen in der Region geführt. Neben der Vertreibung von tausenden Indigenen von ihren Siedlungsgebieten leidet die angrenzende Stadt Altamira unter erhöhten Gewaltraten, Arbeitslosigkeit, Prostitution und Drogenhandel.

Laut Medien ist ein Verkauf an chinesische Investoren am wahrscheinlichsten. Bereits Ende 2015 hatten chinesische Geldgeber zwei Staudämme in der Amazonasregion übernommen. Anders als seine beiden Vorgänger, die Investitionen durch brasilianische Unternehmen vorzogen, setzt der neue Präsident Michel Temer auf Investitionen aus dem Ausland. Brasilianische Unternehmen sind aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise und der umgreifenden Korruptionsskandale derzeit kaum aktiv.


Estado de S. Paulo, 10.2.2017
Controle da usina de Belo Monte é colocado à venda por R$ 10 bilhões
Donas de 50,02% da concessionária Norte Energia contrataram o Bradesco BBI para liderar a operação, que envolverá um banco internacional ainda a ser definido; custo total do megaprojeto de geração vai superar R$ 30 bi

Lúcio Flávio Pinto, 11.2.2017
Belo Monte será chinesa?

O Globo, 11.2.2017
Consórcio de Belo Monte busca comprador para usina
Grupo controlador quer vender sua fatia de 50,02% do projeto

Exame, 13.2.2107
Neoenergia e Cemig negam negociar venda de fatias em Belo Monte
A Neoenergia afirmou que não há qualquer proposta de alienação sendo analisada ou compromisso para eventual alienação de fatia na usina

Installation der Turbinen schreitet voran


Während sich der Testbetrieb der fünften Turbine von Belo Monte in der Endphase befindet, wird bereits die sechste Turbine vorbereitet. Am Montag (13.2.) wurde die Synchronmaschine (Rotor des Generators) eingebaut. Das Stück hat das beachtliche Gewicht von 1.200 Tonnen. Unterhalb dieser befindet sich das Laufrad der Turbine, das 320 Tonnen wiegt. Die Leistung der Turbine beträgt 688,8 MW.

Die derzeit leistungsstärksten Turbinen befinden sich im chinesischen Kraftwerk Xiluodu. Mit 855,6 MVA Ausgangsleistung setzten hier die Voith-Ingenieure neue Maßstäbe im Turbinenbau, Voith lieferte drei Generatoren-Turbinen-Einheiten. Der Rotor eines Generators wiegt 1.350 t, hat einen Durchmesser von 13,7 m und eine Höhe von 4 m.
Das Xiluodu-Kraftwerk hat mit seinen 18 luftgekühlten Francis-Turbinen eine Engpassleistung von 13,86 GW und ist seit 2014 weltweit das drittgrößte Wasserkraftwerk.

Xiluodu-Talsperre auf Voith.com, mit interessanten Diagrammen zur Geschichte der Turbinen


Norte Energia, 13.2.2017
Peça de 1,2 mil toneladas é instalada em mais uma das máquinas de Belo Monte

A montagem da unidade geradora n° 6 da Casa de Força Principal da Usina Hidrelétrica Belo Monte avança mais uma etapa com a instalação do rotor do gerador, realizada hoje (13/02). O conjunto de componentes de 1,2 mil toneladas foi posicionado com auxílio das pontes rolantes da Casa de. Trata-se do último componente de porte para iniciar o processo de fechamento da unidade geradora.

O rotor do gerador é a peça mais pesada de uma unidade geradora. É um dos equipamentos fundamentais para gerar energia em uma usina hidrelétrica. Na montagem de uma máquina vertical, como são as instaladas no Sítio Belo Monte, antes do rotor do gerador são montados o rotor da turbina, peça de 320 toneladas, eixo da turbina e o estator.

A montagem eletromecânica em Belo Monte avança diariamente seguindo o cronograma estabelecido em contrato de concessão. Atualmente, a unidade geradora n° 5 está em fase final para iniciar o comissionamento com o primeiro giro mecânico, agendado para este mês, e a operação comercial prevista para o mês de março.

Belo Monte está com dez unidades geradoras em operação: todas as seis da Casa de Força Complementar, no Sítio Pimental, e quatro na Casa de Força Principal, no Sítio Belo Monte. No total, a usina terá 24 turbinas operando comercialmente, com a capacidade instalada de 11.233,1 MW. A conclusão da hidrelétrica está prevista para 2019.

Montag, 6. Februar 2017

Rodungen für Murkraftwerk Graz haben begonnen


Murkraftwerk: Die ersten Bäume sind gefallen
Kurier, 06.02.2017
Die ersten Bäume sind gefallen: Am Montag, 6 Uhr Früh, startete die Rodung entlang der Mur, um für das neue und umstrittene Kraftwerk in Graz-Puntigam Platz zu schaffen. Je nach Zählart müssen 800 (Projektbetreiber) oder 17.000 (Projektgegner) Bäume weg.


Murkraftwerk: Rodungen haben begonnen
steiermark.orf.at, 6.2.2017
Das Murkraftwerk in Puntigam war eines der großen Themen im Grazer Gemeinderatswahlkampf - und am Tag nach der Wahl wird es ernst: Seit Montagfrüh wird rund um das Areal für die geplante Staustufe gerodet.


Homepage der e-Steiermark
Murkraftwerk Graz

Im Vergleich mit anderen Formen der Stromerzeugung ragt die Wasserkraft mit dem höchsten Wirkungsgrad und besten ökologischen Werten heraus. Über die gesamte Lebensdauer betrachtet, produziert ein Wasserkraftwerk um ein Vielfaches mehr Energie, als für die Errichtung und den Betrieb aufgewendet werden muss (höchster Erntefaktor aller erneuerbaren Energien).
Investitionssumme ca. 80 Mio. Euro
Lage Mur 175,2 km
Ausbaudurchfluss 200 m³/s
Rohfallhöhe 9,65 m
Engpassleistung 17,7 MW
Regelarbeitsvermögen 82 GWh
Stauraumlänge 3,6 km
Das Murkraftwerk Graz ...
... versorgt 20.000 Haushalte und E-Fahrzeuge
... erzeugt 100 % CO2 freien Ökostrom
... spart 60.000 t CO2 pro Jahr ein - das entspricht dem Schadstoffausstoß von 36.000 PKW

Die öffentliche Prüfung sämtlicher ökologischer Aspekte des Projekts dauerte 4 Jahre. Alle Anregungen und Kritikpunkte von NGOs, Anrainern und anderen Parteien wurden durch mehr als 50 Gutachter, Umweltexperten des Landes, des Umweltbundessenates und des Verwaltungsgerichtshofes geprüft.


Mutkraftwerk Graz - Einreichprojekt zum UVP-Verfahren
Juni 2010 - als PDF



Homepage Mutkraftwerk Graz

Was passiert mit dem Holz der gerodeten Bäume?
Nachhaltigkeit ist uns sowohl beim Thema Energieerzeugung als auch die Umwelt betreffend sehr wichtig. Nachhaltig ist es aus unserer Sicht nur dann, wenn das Holz zu sinnvollen Dingen weiterverarbeitet wird. Daher ist es unser Ziel, das Holz zum einen für Bänke und Stege, die dann das Murufer verschönern, zu verwenden. Zum anderen kann das Holz von heimischen TischlerInnen genutzt werden.

Was passiert mit den Tieren, die in der Mur leben?
Um die Tiere zu schützen und die verschiedenen Arten zu erhalten, werden sie vor der Bauphase entweder in andere Gewässer oder in andere Teile der Mur, die nicht vom Bau betroffen sind, umgesiedelt. So können wir etwas für Graz tun und gleichzeitig die Tiere schützen.

Gibt es erhöhte Gefahr auf Verschlammung und Hochwasser?
Hier besteht kein Grund zur Sorge: Wir können die Entstehung eines „Faulschlammbeckens“ ausschließen. Bei Hochwasser wird das Kraftwerk abgestellt und der Wasserspiegel im Stauraum konstant gehalten. Die so entstehende Strömung verhindert eine Verschlammung des Stauraumes und die Entstehung von Faulgasen. Um auch vor Hochwasser ausreichend geschützt zu sein, errichten wir eigene Schutzvorkehrungen, wie zum Beispiel in Rudersdorf.

Wenn die Mur gestaut wird, kommt es dann nicht zu einer Gelsenplage in der Stadt?
Nein. Die Mur wird trotz des Kraftwerks kein stehendes Gewässer und weist weiterhin entsprechende Fließgeschwindigkeiten auf. Gelsen legen ihre Eier aber nur in stehende (Klein-)Gewässer, wie Regentonnen oder Tümpel. Auch bei vergleichbaren Wasserkraftwerken, wie z.B. in Frohnleiten, treten keine erhöhten Gelsenplagen auf.



Homepage von "Rettet die Mur"
Das Märchen vom Murkraftwerk stinkt zum Himmel

Fakt ist, das Murkraftwerk rechnet sich nicht. Ganz im Gegenteil, in den nächsten 50 Jahren wird es den Betreibern laut Gutachten 44,7 Mio. € Verlust bringen. Mit großem finanziellen Einsatz und tatkräftiger Unterstützung von VP, FP & SP verkauft die Energie Steiermark damit die Grazer Bevölkerung für dumm.

Geschönte Computergrafiken und emotionale Bilder spielender Kinder sollen das trügerische Gefühl vermitteln, dass alles in Ordnung ist. Die Wahrheit sieht allerdings für mehrere Jahrzehnte ganz anders aus. Was hier passiert, ist schlecht für die Unternehmensbilanz, miserabel für die Umweltbilanz und katastrophal für die Lebensqualität der Stadt.

Wie viel Strom produziert das Murkraftwerk? Nicht viel.
* Über 90% des erzeugten Stroms werden in das Ausland exportiert.
* Die Angaben des Projektwerbers, wonach „20.000 Haushalte in Graz mit Strom aus Wasserkraft versorgt werden”, sind irreführend.
* Das Kraftwerk produziert nur 70-80 GWh Strom und wird lt. unabhängigen Studien das ineffizienteste in ganz Österreich sein - wobei weniger als 10% für die Versorgung des österreichischen Strommarktes verwendet werden. Es handelt sich um ein Projekt mit Schwerpunkt auf dem Exportgeschäft.
* Diese für die Stromversorgung Österreichs relevante Jahresstrommenge von 5-7 GWh kann im neu errichteten aber still stehenden Gaskraftwerk Mellach in 6-8 Std. erzeugt werden.


Wer plant das Murkraftwerk Graz-Puntigam? 
GAT - Verein zur Förderung steirischer Architektur im Internet, 6.9.2010
Die Auswahl der vier teilnehmenden Architekten – Pittino & Ortner, Konrad Geldner, Franz Eitzinger und Hubert Rieß – erfolgte aufgrund der bestehenden Referenzen im Bereich des Kraftwerksbaus. Die Jurysitzung, die am 19. Oktober 2009 unter Vorsitz von Architekt Ernst Giselbrecht stattfand, empfahl das Projekt von Pittino & Ortner zur Realisierung und das Projekt von Konrad Geldner als Nachrücker.

Montag, 30. Januar 2017

Brasiliens reichster Mann Eike Batista verhaftet


NZZ, 30.1.2017
Korruptionsvorwürfe gegen Eike Batista
Milliardär auf der Flucht
Eike Batista war einer der reichsten Menschen der Welt. Jetzt ist der Multimilliardär auf der Flucht vor der Justiz. Möglicherweise hat er sich nach Deutschland abgesetzt.
Seit vergangenem Donnerstag ist der vor kurzem noch achtreichste Mensch der Welt verschwunden. Die brasilianische Bundespolizei wollte Eike Batista in seinem Haus in Rio de Janeiro verhaften, traf den 60-Jährigen aber nicht an. Der Brasilianer war am Tag zuvor mit seinem deutschen Pass in die USA ausgereist. Die doppelte Staatsbürgerschaft verdankt er seiner deutschen Mutter.

Die Presse, 30.1.2017
Der unaufhaltsame Abstieg des einstigen Multimilliardärs Eike Batista
Die Justiz wirft dem Deutsch-Brasilianer Eike Batista Korruption in großem Stil vor. Er wurde am Montag in Haft genommen.

FAZ, 30.1.2017
Ehemals reichster Brasilianer verhaftet
Eike Batista, ehemals reichster Brasilianer, ist verhaftet worden. Der deutschstämmige Unternehmer flog am Montag von New York, wo er noch Selfies mit Mitreisenden machte, zurück nach Brasilien, wo er per Haftbefehl gesucht wurde. Am Flughafen von Rio de Janeiro nahm die Polizei den Sechzigjährigen in Empfang. Die Justiz wirft Batista vor, dem früheren Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro Schmiergelder in Höhe von 15,5 Millionen Euro gezahlt zu haben. Batista, der im Jahr 2012 mit einem Vermögen von rund 30 Milliarden Dollar der siebtreichste Mensch der Welt war, durch Unternehmenspleiten aber einen Großteil seines Vermögens wieder verlor, soll nun in dem überfüllten Gefängnis Ary Franco im Norden von Rio untergebracht werden.

Süddeutsche Zeitung, 31. Oktober 2013
Brasiliens reichster Mann Eike Batista
Alles weg
Rennboot-Meisterschaften, Gold-Geschäfte, Playboy-Model als Ehefrau: Der flamboyante Multimilliardär Eike Batista stand für den Aufstieg der Wirtschaftsmacht Brasilien und war der siebtreichste Mensch der Erde. Dann begann sein beispielloser Fall. Wie er in zwei Jahren 33 Milliarden Dollar verlor.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Trump für Neuauflage umstrittener Pipeline-Projekte

Beide Projekte von Obama gestoppt
US-Präsident Donald Trump hat zwei hochumstrittene Pipeline-Projekte wiederbelebt. Er unterzeichnete am Dienstag zwei Dekrete, mit denen er sowohl die Keystone XL als auch die Dakota Access Pipeline neu genehmigte. Beide Ölprojekte waren unter seinem Vorgänger Barack Obama gestoppt worden.

Das eine Projekt ist die Keystone XL Pipeline von Kanada an die Küste von Texas. Diese und andere Leitungen des Unternehmens TransCanada sollten täglich bis zu 830.000 Barrel aus Teersand gewonnenes Öl durch die USA bis zur Küste in Texas pumpen. Unter anderem hatten Umweltschützer die Pipeline harsch kritisiert.
Entlang von Sioux-Reservat

Die zweite Pipeline liegt in North Dakota und soll Öl von den Tausenden Fracking-Bohrstellen in den Staat Illinois transportieren. Die geplante Route führt an einem Reservat des Sioux-Stammes Standing Rock entlang. Als Unternehmer hatte Trump kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert.

Trump sagte, über beide Projekte werde noch verhandelt. So will er erreichen, dass für die Röhren Stahl aus US-Fabriken verwendet wird. Der Präsident unterzeichnete zudem einen Erlass, mit dem Umweltprüfungen und die Genehmigung wichtiger Infrastrukturprojekte beschleunigt werden soll.


FAZ, 24.1.2017
Trump macht Obamas Pipeline-Stopp rückgängig
Die Obama-Administration hielt die Keystone Pipelines von Kanada nach Amerika für umweltschädigend – der neue Präsident kippt die Klimapolitik mit einer Anordnung. Trump selbst hat in das Projekt Geld gesteckt.


Zeit, 24.1.2017
Trump legt umstrittene Pipeline-Projekte neu auf
Der US-Präsident hat zentrale Umweltentscheidungen seines Vorgängers zurückgenommen. Der Autoindustrie versprach Trump, Regulierungen abschaffen zu wollen.


Blog-Archiv:
FREITAG, 28. OKTOBER 2016

Festnahmen bei Protesten gegen Pipeline-Projekt in North Dakota Sturm

Samstag, 21. Januar 2017

Brasiliens Korruptionsermittler stirbt bei Flugzeugcrash

ORF.at, 20.1.2017
Rätselhafter Absturz: Brasilianischer „Korruptionsjäger“ tot
Der für Korruptionsermittlungen gegen brasilianische Politiker zuständige Bundesrichter Teori Zavascki ist unter bisher ungeklärten Umständen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Gestern wurde die Leiche des 68-Jährigen aus dem Atlantik bei der Stadt Paraty im Teilstaat Rio de Janeiro geborgen.

Sohn „hofft“ auf Unfall
Zavasckis Sohn sprach von zahlreichen Bedrohungen in letzter Zeit. „Ich hoffe, dass es ein Unfall war, es wäre eine Katastrophe für das Land, wenn ein Richter des Obersten Gerichtshofs ermordet würde“, sagte Francisco Prehn Zavascki dem Radiosender Estadao.

In Sozialen Netzwerken in Brasilien waren Verschwörungstheorien im Umlauf, weil Zavascki die Ermittlungen am Obersten Gerichtshof im größten Korruptionsskandal des Landes steuerte, der „Lava-Jato“-Affäre.

Er galt als jemand, der auf große Namen in dem milliardenschweren Skandal keine Rücksicht nimmt. In Kürze sollten Verfahren gegen Hunderte Politiker in die entscheidende Phase treten. Auch Mitglieder der Regierung des neuen konservativen Präsidenten Michel Temer - bis hin zu Temer selbst - stehen unter Verdacht, in die Affäre um Schmiergeldzahlungen bei öffentlichen Auftragsvergaben verwickelt zu sein.


junge Welt, 21.1.2017
Blutung gestillt
Tragischer Tod des für den Petrobras-Skandal zuständigen Richters rettet Brasiliens Elite und Präsident Temer den Hals

Die Presse, 20.1.2017
Brasilien: Korruptionsermittler stirbt bei Flugzeugcrash
Bundesrichter Teori Zavascki ermittelte im Petrobras-Skandal. Gerüchte über eine Politverschwörung werden laut.


Spiegel Online, 20.1.2017
Rätselhafter Unfall
Brasiliens "Korruptionsjäger" stirbt bei Flugzeugabsturz
Er steuerte die Ermittlungen in dem größten Korruptionsfall Brasiliens und wurde massiv bedroht. Nun ist der Bundesrichter Teori Zavascki bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Warum die Maschine abstürzte, ist unklar.


G1-O Globo, 20/01/2017
Conheça a trajetória de Teori Zavascki
O juiz ganhou repercussão ao se tornar relator da Lava Jato.
Na cidade onde nasceu, Faxinal dos Guedes (SC), é lembrado com carinho.

10. Turbine in Betrieb


Seit April 2016 haben beim Kraftwerkskomplex Belo Monte insgesamt 10 Turbinen den Betrieb aufgenommen. Beim Komplementärkraftwerk Pimental funktionieren bereits alle sechs Turbinen mit einer Gesamtleistung von 233 MW. Und beim Kraftwerk Belo Monte liefern seit Dezember vier Turbinen mit je 611,1 MW Leistung Strom ans Netz.
Mit einer Gesamtleistung von derzeit 2.677 MW hat sich Belo Monte schon unter die 10 größten Wasserkraftwerken Brasiliens eingereiht.


Norte Energia, 19.01.2017
Belo Monte possui dez turbinas em operação comercial

A Usina Hidrelétrica Belo Monte chega a 10 unidades geradores em operação, devidamente autorizada pela Agência Nacional de Energia Elétrica (Aneel). No dia 17 de janeiro, o órgão autorizou a ativação comercial da quarta turbina da Casa de Força Principal, no Sítio Belo Monte. Até o momento, o maior empreendimento hidrelétrico 100% nacional possui capacidade instalada de 2.677 MW e já integra o rol dos dez maiores geradores de energia do Brasil.

A mais recente unidade geradora em operação comercial tem a mesma capacidade instalada das outras 14 que estão sendo montadas na Casa de Força Principal do empreendimento: 611,1 MW. No Sítio Belo Monte, a ativação das turbinas iniciou-se em abril de 2016. A Norte Energia, responsável pela execução e operação da usina, também já concluiu a montagem das seis unidades geradoras da Casa de Força Complementar, no Sítio Pimental, que já operam comercialmente e contribuem com o Sistema Interligado Nacional (SIN) com 233 MW.

Belo Monte é um complexo com duas casas de força, totalizando 24 unidades geradoras. A do Sítio Belo Monte é a principal e responsável por 11 mil MW de capacidade instalada. Distante cerca de 50 Km do maior sítio do empreendimento está Pimental, situada ao lado da barragem principal do Rio Xingu. Este conjunto de turbinas corresponde a 3% da geração total da hidrelétrica.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Sambaschule thematisiert "Belo Monstro"


Die Sambaschule in Rio de Janeiro Imperatriz Leopoldinense wird für ihr Thema für 2017 "Xingu - der Schrei, der aus dem Wald kommt" von der Agroindustrie stark kritisiert. Der "Bund der Agraringenieure Brasiliens - Confaeab" wirft der Schule in einer öffentlichen Aussendung falsche Darstellungen der Tatsachen und Verallgemeinerungen vor, "der Weizen sei nicht von der Streu getrennt worden".  Dem nationalen und internationalen Publikum würde man vermitteln, dass die brasilianischen Ruralisten Schläger der Urwälder, Vergifter der Lebensmittel und Verwüster der Umwelt seien, heißt es in der Aussendung.
Die Bedeutung dieses wirtschaftlichen Sektors würde nicht erwähnt werden. Immerhin würde die Agroindustrie in Brasilien zu mehr als 22% des BIP und 37% der Beschäftigungen beitragen.



G1-O Globo, 16/01/2017
Deputado federal repudia escola de samba por crítica ao agronegócio
Vídeo foi divulgado pelo deputado federal César Halum (PRB).
Samba faz crítica ao agronegócio e chama usina de 'Belo Monstro'.

G1-O Globo, 13/01/2017
Entidades do agronegócio repudiam enredo de escola de samba do Rio
Associações criticam tema escolhido pela Imperatriz Leopoldinense
Agremiação carioca diz que não 'ataca' o setor e os seus trabalhadores.

Notícias Agrícolas, 10.1.2017
Nota de repúdio da Confaeb ao samba enredo da Escola Imperatriz Leopoldinense

O texto do samba Imperatriz Leopoldinense:
'Xingu, o clamor da floresta'

A música do samba Imperatriz Leopoldinense 2017 - Xingu, o clamor que vem da floresta
Youtube

Ehemalige Projektschülerin besuchte Partnerschule in Brasilien

Betreuerin Tana und Daniela Anzengruber (r.) vor der Partnerschule samt Sportplatz in Brasilien.

Tips Redaktion, 18.01.2017
Ehemalige Projektschülerin besuchte selbst die Escola Brasil Grande
HOFKIRCHEN. Im Vorjahr konnten im Rahmen des Spendenprojekts „Altamira“ von der Neuen Mittelschule Hofkirchen 6.000 Euro an Bischof Erwin Kräutler von der Prälatur Xingu in Brasilien überwiesen werden.

Insgesamt beläuft sich die Unterstützungssumme seit Beginn des Projekts im Jahr 1993 auf stolze 145.370 Euro. Bischof Kräutler gibt übrigens das Geld persönlich an die Lehrer der Dorfschule weiter und lässt sich stets Belege und Berichte vorlegen, wofür die Spenden verwendet werden.

Escola Brasil Grande

Die damalige Hauptschülerin Daniela Anzengruber durfte Bischof Erwin Kräutler in St. Aegidi 1994 einmal persönlich einen Spendenscheck übergeben.

Als damals eine der ersten „Projektschüler“ besuchte sie im Vorjahr nun selbst die Partnerschule Escola Brasil Grande, um sich ein Bild vor Ort davon zu machen, was über die Jahre mit den Geldern aus Hofkirchen passiert ist. Daniela erlebte nicht nur den Schulalltag, sondern auch die Freude der Kinder, die gerne ihre Schule besuchen und dort auch Frühstück und Mittagessen bekommen. Auch die baulichen Erweiterungen über die Jahre können sich sehen lassen.

Für Tana und Marilene, die das Projekt an der brasilianischen Schule betreuen, lässt es sich nicht in Worte fassen, was die Unterstützung alles bedeutet und was sie bereits bewirkt hat.

Brieffreundschaften

Ganz besonders zeichnet das Projekt die Brieffreundschaften zwischen den Schülern aus. Mehrmals pro Jahr schreiben sich die Kinder und Jugendlichen und schicken sich gegenseitig Fotos und kleine Geschenke. Für die perfekte Übersetzung sorgt dabei Wolfgang Pimingstorfer. Der Lehrer an der Neuen Mittelschule Pram übersetzt aber nicht nur die Korrespondenz, sondern er besucht die Schule auch fast jedes Jahr und überzeugt sich von der richtigen Verwendung der Spendengelder. Er nimmt zudem die Wünsche und Erwartungen der brasilianischen Freunde entgegen und er beliefert die Schüler in Hofkirchen immer wieder mit aktuellen Fotos. So erfahren die Hofkirchner kontinuierlich vom Leben und dem Schulalltag am anderen Ende der Welt.

Engagement und Einsatz

Das Arbeitsjahr für die Projektschüler an der Neuen Mittelschule beginnt meist im Frühjahr mit einer süßen Jausenaktion. Im Vorjahr wurden 128 leckere Cupcakes für den guten Zweck zubereitet. Unterstützt wurden die jungen Kuchenbäcker von Lizé Grimbeek. Beim Flohmarkt des Musikvereins waren insgesamt 30 Schüler während der Ferienzeit im Einsatz. Mit einem eigenen, kleinen Spielzeugflohmarkt wurde fleißig für Altamira Handel betrieben. Beim kfb-Adventmarkt letzten November wiederum boten die Schüler Bastelarbeiten und selbstgemachte Leckereien zum Verkauf an.

Unterstützung vom Land OÖ

Alle diese Gelder werden vom Land OÖ. im Zuge des Projektes „Fair Play“ aus Entwicklungshilfemitteln verdoppelt und von Projektleiter Günther Punz dann direkt an die Prälatur überwiesen. So ist gewährleistet, dass wirklich jeder Cent an die Kinder an der Transamazonica geht.

Weitere Infos zum "Projekt Altamira":

Neue Mittelschule Hofkirchen a.d. Trattnach

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Tips Regional

Dienstag, 17. Januar 2017

Brasilien: Rekordjahr für zusätzliche Stromerzeugung

2016 war für die Stromerzeugung in Brasilien ein Rekordjahr. Die 1998 eingesetzte Tendenz hat mit zusätzlichen 9.526 MW einen neuen Höhepunkt erreicht. 53% davon (ca. 5.000 MW) kommen von großen Wasserkraftwerken (UHE), 27% (2.564 MW) von Windkraft, deren Zuwachs sich im Vergleich zum Vorjahr um 20% steigern konnte, 18% (1,758 MW) von kalorischen Kraftwerken (UTE), und die restlichen 5% von kleinen Wasserkraftwerken oder Photovoltaik.

In Brasilien gibt es momentan 4.649 Einrichtungen, mit einer Gesamtkapazität von 150.959,7 MW.

Folgende große Kraftwerke kamen 2016 neu hinzu:
UHE Jirau mit 975 MW (das Kraftwerk ist nun fertig, mit einer Leistung von 3.750 MW)
UHE Belo Monte ging in Betrieb und lieferte zum Jahresende 1.989 MW
UHE Santo Antônio mit 1.092 MW
UHE Teles Pires mit 1.092 MW
UTE Maranhão III mit 518,8 MW


Aneel, 09/01/2017
Brasil registra recorde anual de nova capacidade instalada de geração em 2016
Até dezembro de 2016, foram adicionados ao sistema elétrico nacional 9.526 MW, maior valor desde o início da série histórica, em 1998. Para 2017, está previsto um incremento de 7.120 MW de capacidade instalada.

Aneel - Capacidade de Geração do Brasil

Stromnetz im Norden Brasiliens:
Quelle: ONS.org.br


Mittwoch, 11. Januar 2017

Ausbau der Windkraft in Österreich stark gebremst

ORF.at, 11.1.2017
Gebremster Ausbau der Windkraft
Der Ausbau der Stromerzeugung aus Windkraft kommt offenbar nur langsam voran. Branchenvertreter beklagen eine Warteschlange für Genehmigungen bei der Förderstelle und fordern eine kleine Novelle des Ökostromgesetzes.

Der Ausbau verlief bereits im Vorjahr deutlich gebremst. Dieser Trend gehe rapide weiter, wenn es keine Reformen gebe, so IG-Windkraft-Geschäftsführer Stefan Moidl am Mittwoch. Wurden 2015 noch 319 MW neu installiert, waren es 2016 nur noch 228 MW bzw. 75 Windkraftwerke. Für 2017 wird mit einem weiteren Rückgang auf 186 MW bzw. 60 Anlagen gerechnet. Investiert wurden im Vorjahr 375 Millionen Euro, heuer dürften es nur noch rund 300 Millionen Euro sein.
Insgesamt gab es in Österreich Ende 2016 einen Gesamtbestand von 1.191 Windkraftwerken mit einer Gesamtleistung von 2.632 MWh (oder 2,6 GWh)


IG-Windkraft, 11.1.2017
Windkraftbranche bereit für Ausbauoffensive
Aufgrund des anhaltenden Reformstaus beim Ökostromgesetz drastischer Ausbaurückgang
Die Windkraft in Österreich kann bereits 9% des heimischen Stromverbrauchs erzeugen. Gleichzeitig wird der Reformstau beim Ökostromgesetz immer größer. Mittlerweile hängen 260 Windräder in der Warteschlange und damit 1,4 Milliarden Euro an Investitionen, die zurückgestellt werden müssen. „Nur eine rasche kleine Ökostromnovelle hält Österreich auf Energiewendekurs, sichert Arbeitsplätze und schafft heimische Wertschöpfung statt Kaufkraftabfluss durch Importstrom“, bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.



Stromerzeugung aus Windkraft in Deutschland 2015
Windstromproduktion in Deutschland legt 66% zu, wichtigste Energiequelle im Dezember

2015 war für die Windenergie ein Jahr der Rekorde. Die Windräder zwischen Nordsee und Alpen erzeugten insgesamt 85,4 Milliarden Kilowattstunden [oder 85,5 GWh] Strom und steigerten damit ihre Leistung um 66% im Vergleich zum Vorjahr.

Kurz vor Weihnachten sorgte zudem das Sturmtief "Bjarni" für einen neuen Windstromrekord. Die Windkraftanlagen in Deutschland lieferten am Abend des 21. Dezember circa 32,6 MW - mehr als jemals zuvor.

Der Dezember war für die Windenergie mit insgesamt 12,7 GWh erzeugtem Strom nicht nur der ertragreichste Monat aller Zeiten, Wind wurde auch zur wichtigsten Energiequelle im Strommix und überholte erstmals die Braunkohle [11,1 GWh].